Recherche vor OrtMai 2023 · als Tagesausflug ab Amsterdam – selbst gerudert statt gefahren
Preise und Regeln zuletzt geprüftJuli 2026
Keine Straßen, die Häuser nur über Kanäle und kleine Brücken verbunden – im „Venedig der Niederlande”, Giethoorn, fährt man selbst mit dem eigenen Boot durch den Ort. Wir fassen Anreise, Bootsmiete, Tipps für den Rundgang und die Etikette in einem Artikel zusammen.
Das Wichtigste zuerst – „um 10 Uhr da sein und selbst rudern”
- Anreise mit Bahn + Bus, rund 2 Stunden pro Weg: Amsterdam → Bahnhof Steenwijk (ca. 1 Std. 40 Min.) → Bus 70 ca. 15 Min., Haltestelle Ds. Hylkemaweg. Mit einer OV-Chipkaart lässt sich alles durchfahren.
- Boot führerscheinfrei, 15–30 € pro Stunde: Elektroboote unter 15 m und bis 20 km/h darf jeder steuern. Wer 2–3 Stunden mietet, fährt Dorf und See in Ruhe ab.
- Ankunft am besten um 10 Uhr: Am frühen Nachmittag wird es auf den Kanälen zum „Boots-Stau”. In der Hochsaison im Frühjahr und Sommer die Miete vorab reservieren.
- Das ist ein bewohntes Dorf, kein reines Ausflugsziel: Die Gärten sind Privatbesitz, das Anlegen an Stegen verboten. Leise, mit ruhigem Motorgeräusch – so gebietet es der Respekt vor diesem Dorf.
Am Steuer – die Fahrt auf dem Wasser ist einfacher als gedacht

Im Dorf angekommen, geht es zuerst zum Bootsverleih. Die elektrischen „Flüsterboote” sind führerscheinfrei, gesteuert wird nur mit Ruder (oder Ruderhebel) und Gashebel – nach fünf Minuten Fahrt hat man den Dreh raus. Ausweichen rechts, langsam fahren, unter Brücken hat das zuerst Einfahrende Vorrang. Weil der Motor fast lautlos ist, hört man nur Wasser und Vogelstimmen. Viele Verleiher verlangen Kaution und Ausweis bei einem Richtwert von 15–30 € pro Stunde, also den Ausweis nicht vergessen (Stand Juli 2026).
Das Dorfbild – Reetdächer und weiße Brücken über ein Kanalnetz



Die Kanäle von Giethoorn sind aus den Gruben entstanden, aus denen man im 18. Jahrhundert Torf stach, und wurden so zu „Straßen”. Reetgedeckte Bauernhäuser, gepflegte Gärten und über 170 kleine Brücken – an jeder Ecke geht es weiter wie eine Bilderbuch-Doppelseite. Weil die Kanäle eng sind, empfiehlt sich ein Zweierteam, bei dem die Person, die nicht steuert, die Fotos macht. Fährt man durch den Ortskern hinaus auf den See Bovenwijde, öffnet sich der Blick auf einmal weit (an windigen Tagen bleibt man besser vom See fern).
Nach dem Anlegen – Spazierwege und Cafés


Nach der Rückgabe des Bootes lohnt ein gemächlicher Spaziergang über den Weg, der das Dorf durchzieht, den Binnenpad. Betrachtet man die vom Wasser aus gesehenen Brücken und Gärten nun von der Landseite, erlebt man dasselbe Dorf ein zweites Mal. Entlang der Kanäle liegen Cafés und Restaurants mit Pannekoek (niederländische Pfannkuchen), ideal für ein spätes Mittagessen. Weil das Dorf beliebt ist, geht es mittags im Kern lebhaft zu, doch ein Kanal weiter oder am Abend ist es unglaublich still – selbst als Tagesgast auch die „Stille” mitzunehmen, ist die richtige Art, dieses Dorf zu besuchen.
Praktische Infos für den Tagesausflug nach Giethoorn
- Anreise — Amsterdam → Steenwijk (Bahn, ca. 1 Std. 40 Min.) → Bus 70 ca. 15 Min. (stündlich, an Wochenenden/Feiertagen seltener), Haltestelle Ds. Hylkemaweg. Insgesamt 2–2,5 Stunden pro Weg, OV-Chipkaart nutzbar (Stand Juli 2026).
- Boot — Elektroboot 15–30 € pro Stunde, führerscheinfrei (unter 15 m, bis 20 km/h), 2–3 Stunden empfohlen, Ausweis + Kaution. In der Hochsaison (Frühjahr/Sommer) vorab reservieren.
- Beste Zeit — um 10 Uhr ankommen → vormittags fahren → am frühen Nachmittag zu Fuß und spätes Mittagessen. Mittags sind die Kanäle voll.
- Etikette — Betreten von Privatgrund und Stegen verboten / Ausweichen rechts / Zoom und Anstarren von Wohnhäusern zurückhaltend halten. Kein Fahren unter Alkoholeinfluss.
- Saison — April bis September ist am besten. Im Mai stimmt die Balance aus Blüten, Grün und Licht, auch bei unserem Besuch waren die Bedingungen ideal.
Als Tagesausflug ab Amsterdam planen – ein halber Tag reicht nicht
Giethoorn liegt 2 bis 2,5 Stunden pro Strecke entfernt. Bei dieser Distanz funktioniert „nur nachmittags vorbeischauen“ nicht — planen Sie einen ganzen Tag ein.
- Die Anreise geht per Bahn plus Bus: mit dem Zug nach Steenwijk in rund 1 Stunde 40 (nur Nahverkehrszüge halten), dann Bus 70 rund 15 Minuten, Ausstieg Ds. Hylkemaweg (Stand Juli 2026)
- ⚠Der Bus fährt einmal pro Stunde und wird an Wochenenden und Feiertagen ausgedünnt. Den Anschluss vorher auf 9292.nl prüfen — verpasst man ihn, schrumpft die Zeit im Dorf drastisch
- Wie man den Nahverkehr bezahlt: Züge, Busse und Trams nehmen alle kontaktlose Kartenzahlung (OVpay). Die niederländische Bahn gewährt einen Rabatt beim Onlinekauf bis vier Tage im Voraus
- Wie man die Amsterdam-Tage aufteilt: ein Tag Stadt plus Museum, ein Tag Giethoorn, ein halber bis ganzer Tag Zaanse Schans plus Utrecht. Drei Tage und zwei Nächte sind die minimale Form
- In der Hochsaison auch das Leihboot vorbuchen. Ein Elektroboot kostet 15–30 € pro Stunde und braucht keinen Führerschein (unter 15 m, unter 20 km/h), Ausweis und Kaution sind nötig. Zwei bis drei Stunden sind der Richtwert
Der Musterplan steht in Amsterdam & Giethoorn in 3 Tagen.
Wenn in diesem Dorf etwas schiefgeht, liegt es fast immer daran, dass die Zeit vor Ort nicht reichte. Zwei bis zweieinhalb Stunden pro Strecke, ein Bus pro Stunde, in der Hochsaison ausgebuchte Boote — kommt das zusammen, fährt man wieder heim, ohne je gepaddelt zu haben. Umgekehrt: Um zehn da sein und das Boot vorgebucht, und man beginnt in dem Fenster, in dem die Kanäle noch einem selbst gehören, vor dem Mittagsstau.
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