Was es in Portugal zu sehen gibt, liegt in drei Schichten: Lissabon, Porto und die kleinen Städte dazwischen. Die beiden großen Städte trennen mit dem Hochgeschwindigkeitszug rund zwei Stunden fünfzig. Statt sich Sehenswürdigkeiten zu merken, legt man also besser zuerst die Reihenfolge fest, in der man sie abgeht — dann fügt sich der Plan auf einen Schlag.
Dieser Artikel ordnet die klassischen fünfzehn Ziele in sechs in Lissabon, fünf in Porto und vier in den Städten ringsum — mit Eintritten, Zeiten und dem nächsten Schritt zu Fuß. Von jedem Punkt aus geht es direkt in den ausführlichen Beitrag.
Hinweis: Alle Preise und Öffnungszeiten wurden im Juli 2026 geprüft. Änderungen bitte auf den offiziellen Seiten nachsehen
Zuerst die Geografie – die Ziele reihen sich am Fluss auf einer Linie
- Lissabon — sieben Hügel am Nordufer des Tejo. Im Westen Belém (das Welterbe des Entdeckungszeitalters), in der Mitte die Baixa (nach dem Erdbeben im Raster wiederaufgebaut), im Osten die Alfama (ein mittelalterliches Labyrinth). Von West nach Ost ist die Grundrichtung
- Porto — eine Hangstadt an der Mündung des Douro. Vom Bahnhof São Bento oben geht es hinunter zum Fluss und über die Ponte Dom Luís I nach Gaia am anderen Ufer, wo die Portweinkellereien liegen: eine Linie, fast durchgehend bergab
- Die Städte dazwischen — Sintra in den Bergen, das Mauerdorf Óbidos, Nazaré am Atlantik, die Universitätsstadt Coimbra. Alle 40 Minuten bis zwei Stunden von Lissabon entfernt
Sechs in Lissabon – von Belém hinauf auf den Hügel

Das Hieronymuskloster – Welterbe, gebaut aus dem Gewürzhandel
Das Hauptwerk der Manuelinik. Erbaut aus dem Reichtum, den der Seeweg nach Indien einbrachte, mit Tauen, Muscheln und anderen Motiven des Meeres im Stein. Die Gräber von Vasco da Gama und Camões liegen nebeneinander: eine Gedächtnishalle des Entdeckungszeitalters. Eintritt 18 € (die Kirche selbst ist frei), Öffnung 9:30 (Kirche ab 10:30, letzter Einlass 17:00), montags geschlossen. Vor Mittag füllt sich der Kreuzgang mit Gruppen, deshalb gilt: gleich zur Öffnung hinein. Etwa 25 Minuten ab Praça da Figueira mit der Tram 15E. Wie man die Geschichte liest, steht in Das Zeitalter der Entdeckungen erlaufen.
Das Denkmal der Entdeckungen – das Belém-Ziel, das montags offen ist
Ein Steindenkmal, 1960 zum 500. Todestag Heinrichs des Seefahrers errichtet. Hinter Heinrich stehen Vasco da Gama, Magellan und Franz Xaver. Aussichtsplattform samt Ausstellung kostet 10 € für Erwachsene, März bis September 10:00–19:00, Oktober bis Februar 10:00–18:00, im Grunde ganzjährig offen. Seine Stärke: Anders als Hieronymuskloster und Torre de Belém, die montags schließen, hat es geöffnet. Fünf Minuten zu Fuß am Fluss entlang vom Kloster.
Torre de Belém – das Tor der Ausfahrt, heute mit Zeitfenster
Eine um 1515 errichtete Wehranlage und das Tor, aus dem die Schiffe nach Indien, Brasilien und Japan ausliefen. Eintritt 15 €, Dienstag bis Sonntag 9:30–17:30, montags geschlossen. Ende Mai 2026 nach der Restaurierung wiedereröffnet und seither mit Zeitfenstern und Tagesobergrenze, weshalb Vorabbuchung der sichere Weg ist (Stand Juli 2026). Fünfzehn Minuten zu Fuß vom Denkmal. Zum Abschluss Pastéis de Belém, seit 1837 nach fast demselben Rezept; die Schlange bewegt sich schneller, als sie aussieht.
Praça do Comércio und der Elevador de Santa Justa – eine Stadt, nach dem Beben entworfen
Am 1. November 1755 zerstörten ein Erdbeben der geschätzten Magnitude 8,5 samt Tsunami und Feuer 85 % der Innenstadt. Der Wiederaufbauplan des Marquês de Pombal ist die heutige Rasterstruktur der Baixa, und die Praça do Comércio liegt dort, wo vor der Katastrophe der Königspalast stand. Nach Norden erreicht man den 1902 eröffneten eisernen Elevador de Santa Justa. Die Wartezeit ist lang — steigt man von hinten über den Largo do Carmo zu Fuß auf die Aussichtsplattform, entfällt das Anstehen. Ausgangspunkt ist die Metrostation Terreiro do Paço.
Castelo de São Jorge – ein Hügel mit 1.500 Jahren in Schichten
Ein Hügel, auf dem die Mauren auf römischen Mauern eine Festung bauten und der nach der Reconquista Königspalast wurde. Eintritt 17 €. Hinauf mit der ersten Tram 28 des Morgens, zurück zu Fuß durch die Gassen der Alfama — der Abstieg geht direkt in die nächste Etappe über. Wie man die drei Viertel angeht, steht in Lissabon in 3 Tagen.

Alfama und die Tram 28 – das Viertel selbst ist die Sehenswürdigkeit
Das mittelalterliche Labyrinth, das dem Beben entging, und die Heimat des Fado. Am Hang liegt das Fado-Museum (5 €, Di–So 10:00–18:00, montags geschlossen), oben auf dem Hügel das Kloster São Vicente de Fora (8 €, täglich 10:00–18:00) mit überwältigend gekacheltem Kreuzgang. Die Tram 28 durchquert das Viertel von Martim Moniz bis Campo de Ourique als fahrende Aussichtsbank: rund 40 bis 60 Minuten von Ende zu Ende, tagsüber alle 10 bis 15 Minuten. Der Fahrpreis beträgt 1,72 € pro Fahrt mit Zapping-Guthaben (3,30 € im Wagen), und das 24-Stunden-Ticket zu 7,25 € lohnt ab vier Fahrten am Tag.
⚠ Die FalleDie 28 ist eine Linie mit besonders vielen Taschendieben. Taschen vor dem Körper tragen, nie das Portemonnaie in die Gesäßtasche. Früh am Morgen (erste Bahn bis etwa 9 Uhr) oder ab dem späten Nachmittag an der Endhaltestelle einsteigen, dann bekommt man einen Sitzplatz. Wie man sie fährt, steht in Lissabon: Tram 28, Maschen und Gegenmittel in Sicherheit und Betrugsmaschen, und die Wahl eines Fado-Hauses für den Abend in ein Abend mit Fado.
Fünf in Porto – vom Bahnhof zum Fluss und ans andere Ufer
Bahnhof São Bento – eine Halle unter rund 20.000 Fliesen
Rund 20.000 blaue Azulejos bedecken die Halle dieses Bahnhofs vom Beginn des 20. Jahrhunderts und zeigen Szenen der portugiesischen Geschichte. Er gilt manchen als schönster Bahnhof der Welt und ist Portos erstes Fliesenziel; gegen 9 Uhr, bevor es voll wird, ist das Fenster. Hier beginnt der Porto-Besuch. Zum Lesen der Fliesen siehe Azulejos in Portugal.
Clérigos-Turm – 76 Meter als Maßstab der Stadt
Sechsundsiebzig Meter hoch und das Wahrzeichen Portos. Rund 240 Stufen, etwa 15 Minuten, und von oben überblickt man Ribeira und Douro auf einmal. Es lohnt, ihn zuerst zu besteigen, um die Struktur der Stadt im Kopf zu haben. Fünf Minuten zu Fuß vom Bahnhof São Bento.
Livraria Lello – eine neugotische Buchhandlung mit Voranmeldung
Die Buchhandlung, in der J. K. Rowling während ihrer Zeit in Porto Anregungen für Harry Potter gefunden haben soll. Der Eintritt geht nur mit Vorabbuchung, Ticket 10 €, das mit einem Buchkauf verrechnet werden kann. Zwei Minuten zu Fuß vom Clérigos-Turm, deshalb ist die Kombination beider der Standard.
Ribeira und die Ponte Dom Luís I – ein Flussufer als Welterbe
Der Kern des 1996 gelisteten historischen Zentrums. Von einer Altstadt, in der sich bunte Häuser den Hang hinaufstapeln, lässt sich über die obere Ebene der Ponte Dom Luís I (1886 fertiggestellt, entworfen von Théophile Seyrig, einem Schüler Eiffels) ans andere Ufer gehen. Um die Struktur der Stadt vom Wasser aus zu sehen, gibt es die Sechs-Brücken-Fahrt auf dem Douro (rund 50 Minuten, 18–20 €, je nach Anleger). Die Route steht in Porto in 2 Tagen.
Die Portweinkellereien von Gaia – warum die Lager am anderen Ufer liegen
Portwein ist ein Likörwein, bei dem dem Wein aus dem Douro-Tal während der Gärung Branntwein zugesetzt wird. Seine Reifelager konzentrieren sich in Vila Nova de Gaia am anderen Ufer, und weil Briten den Handel führten, reihen sich Häuser wie Taylor's, Graham's und Sandeman aneinander. Führung samt Verkostung dauert 45 Minuten bis eine Stunde und kostet üblicherweise 20–30 € (Taylor's ab 25 €, Sandeman ab 22 €). Ein oder zwei Häuser in Ruhe schlagen eine Tour durch viele. Wie man zwischen den Sorten wählt, steht in Portwein-Kellereien.
Vier im Umland – Berg, Mauer, Riesenwelle und Bibliothek

Palácio da Pena und die Maurenburg (Sintra) – zwei Epochen auf einem Berg
Der Palácio da Pena ist das repräsentative Werk der Romantik des 19. Jahrhunderts, von Ferdinand II. auf den Resten eines mittelalterlichen Klosters errichtet. Palast und Park 20 €, Öffnung 9:30, im Inneren gilt Zeitfenster im 30-Minuten-Takt — wer zu spät kommt, kommt nicht hinein. Ab etwa 11 Uhr stockt der Fluss durch Gruppen, deshalb ist von der Öffnung bis 10:30 die goldene Zeit. Von dort sind es fünfzehn Minuten zu Fuß zur Maurenburg (12 €) aus dem 10. bis 12. Jahrhundert. Der Reiz liegt weniger in der Architektur als im Begehen der Mauer, die sich über den Grat zieht: rund 1,5 km, etwa 60 Minuten von Ende zu Ende, und an klaren Tagen sieht man bis zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlands.
Anfahrt: rund 40 Minuten ab Rossio in Lissabon, 2,55 € einfach, dann ab Bahnhof Sintra mit dem Bus 434 (Rundkurs; 24-Stunden-Pass 13,50 €) hinauf. Alle drei Paläste an einem Tag zu schaffen, ist physisch unmöglich; sich auf zwei zu beschränken, ist die richtige Antwort (Sintra als Tagesausflug).
Die Mauern von Óbidos – ein ganzes Dorf im Mauerring, die „Stadt der Königinnen“
Ein weißes Dorf, das nacheinander den Königinnen geschenkt wurde. Das Eigentliche ist der Spaziergang oben auf der Mauer: kostenlos, rund 1,5 km im Rundgang, etwa eine Stunde. Auf langen Abschnitten gibt es kein Geländer und der Weg ist schmal — auf die Füße achten. Der örtliche Ginjinha kommt im essbaren Schokoladenbecher, rund 1,5 € pro Glas. Von Campo Grande in Lissabon braucht der Expressbus Rápida Verde etwa eine Stunde, rechnen Sie mit 9,45 € einfach (werktags rund 26 Fahrten, am Wochenende und an Feiertagen rund 16) und hält direkt unterhalb des Stadttors Porta da Vila. Die Zeiten der Rückfahrten gleich nach der Ankunft prüfen (Óbidos als Tagesausflug).
Sítio in Nazaré – auf der Klippe über einigen der größten Wellen der Welt
Ein submariner Canyon vor Nazaré bündelt die atlantische Dünung auf einen Punkt und erzeugt außergewöhnlich hohe Wellen. Der Aussichtsstandort ist Sítio, die Altstadt oben auf der Klippe. Vom Ort darunter kostet die Standseilbahn 2,50 € einfach, 4 € hin und zurück (etwa alle 15 Minuten), und draußen auf der Landspitze kostet das Fort São Miguel Arcanjo (Leuchtturm) 2 € und beherbergt eine Ausstellung zu den Riesenwellen. Ab Sete Rios in Lissabon braucht Rede Expressos etwa 1 Stunde 45 bis 2 Stunden, rechnen Sie mit 7–13 € einfach. Es liegt nahe bei Óbidos, viele verbinden beides an einem Tag.
🧭 Notiz von vor OrtDie Riesenwellen stehen auch in der Saison nicht jeden Tag. Sie entstehen nur an Tagen, an denen eine große Dünung hereinkommt. Wer sie will, fährt im Herbst oder Winter (etwa Oktober bis März), sieht die Surfvorhersage an und entscheidet den Tag erst vor Ort. Das Datum vorher festzulegen und leer auszugehen, ist der häufigste Fehlschlag in Nazaré (Nazaré als Tagesausflug).
Universität Coimbra und die Joanina-Bibliothek – Welterbe für einen Zwischenhalt
1290 gegründet, eine der ältesten Universitäten Europas. Der Höhepunkt ist die barocke Joanina-Bibliothek aus dem 18. Jahrhundert, unter anderem dafür bekannt, dass sie Fledermäuse hält, um die Bücher vor Insekten zu schützen. Ein Kombiticket für Erwachsene zu 16,50 € deckt Bibliothek, alten Palast, Kapelle und Museen ab; die Bibliothek selbst läuft mit Zeitfenstern (etwa 20-Minuten-Takt, begrenzte Zahl), letzter Einlass 17:40.
Die Stadt liegt an der Hauptstrecke Lissabon–Porto, deshalb ist ein halber Tag als Zwischenhalt die effizienteste Nutzung. Fernzüge halten am außerhalb gelegenen Bahnhof Coimbra-B; eine Nahverkehrsstation weiter liegt Coimbra-A in der Innenstadt. Großes Gepäck im Hotel lassen und leicht aussteigen ist der sichere Weg (Coimbra-Reisetipps).
Nach Aufenthaltsdauer – wie weit diese fünfzehn tragen
- 3 Tage – nur Lissabon: Belém, Baixa-Chiado und Alfama, ein Viertel pro Tag. Weil man von West nach Ost geht, gibt es nur eine Fahrt pro Tag (Lissabon in 3 Tagen)
- 4 bis 5 Tage – Lissabon plus Tagesausflüge: zuerst Sintra. Mit einem weiteren Tag gibt es auch die Möglichkeit, Óbidos und Nazaré an einem Tag zu verbinden
- 7 Tage – Lissabon plus Porto: die rund zwei Stunden fünfzig nach Norden mit dem Alfa Pendular dazwischen (1. Klasse ab 34 €, 2. ab 24 €) und je drei Nächte pro Stadt. Ein Zwischenhalt in Coimbra ist ebenfalls möglich (Portugal in 7 Tagen / Lissabon–Porto mit dem Zug)
- 10 Tage – zusammen mit Spanien: Spanien & Portugal in 10 Tagen. Wer sich zwischen den Ländern nicht entscheiden kann, beginnt bei Spanien oder Portugal?
Drei Dinge, die vorher feststehen sollten
- Zeitpunkt — das beste Verhältnis von Klima und Preis bieten Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober). Die Riesenwellen in Nazaré sind allerdings eine Herbst-Winter-Sache, der beste Monat ändert sich also mit dem Ziel (beste Reisezeit und Budget)
- Buchungen und Ruhetage — Palácio da Pena, Torre de Belém und die Joanina-Bibliothek laufen mit Zeitfenstern, die Livraria Lello nur mit Vorabbuchung. Diese zuerst sichern und den Rest darum herum legen, dann bricht nichts zusammen. Hieronymuskloster und Torre de Belém sind montags geschlossen — an einem Montag also auf das Denkmal der Entdeckungen und die Alfama-Seite ausweichen (Touren im Vergleich)
- Schuhwerk und Wertsachen — Kopfsteinpflaster und Steigungen sind Dauerzustand, bequeme Schuhe also Pflicht. Tram 28, Aussichtspunkte und die Warteschlangen am Aufzug sind die Orte, an denen sich Taschendiebe sammeln (Sicherheit und Betrugsmaschen / zur Unterkunft in welchem Viertel wohnen in Lissabon)
Bei allem mit festem Zeitfenster vor dem Besuch auf der offiziellen Seite prüfen. Wie sich das Land als Ganzes zusammensetzt, steht im Portugal-Reiseführer.




