Geht es um das eine Foto vom Aussichtspunkt – oder um den Stadtspaziergang, der dorthin führt? Um Dinge jenseits des menschlichen Maßstabs, Vulkane und Gletscher – oder um den Blick vom Hügel über die Dächer einer Stadt? „Landschaft“ ist nicht gleich Landschaft: Je nachdem, was gesucht wird, ändert sich schon der Kontinent. Dieser Guide beginnt bei dem Wunsch, in Landschaften zu versinken, grenzt die Ziele auf Länder und Regionen ein, die die Redaktion selbst bereist hat, und begleitet bis zur konkreten Planung (Preise: Stand Juli 2026).
Welche Landschaft soll es sein?
Landschaftsreisen lassen sich in sechs Typen einteilen. „Schöne Aussicht“ kann vieles heißen: sich von schierer Größe überwältigen lassen, eine Kulisse im Gehen erleben oder übernachten und auf das wechselnde Licht warten – je nach Typ unterscheiden sich Reisedauer und Budget erheblich.
Die Dimension des Planeten
Den Umweg auf dich nehmen für Dinge jenseits des menschlichen Maßstabs.
Meer, Inseln, Caldera
Horizonte und Klippenkanten – Ausblicke, bei denen das Meer die Hauptrolle spielt.
An Flüssen und Wasserwegen
Kanäle statt Straßen – Landschaft in Bewegung, vom Boot aus betrachtet.
Aussichten zum Durchwandern
Kein einzelner Postkartenblick, sondern eine Kulisse, die sich mit jedem Schritt verändert.
Von oben auf alles blicken
Türme, Klippen, Aussichtspunkte – Stadt und Natur in einer einzigen Totalen.
Bleib bis zum Morgenlicht
Kein einzelnes Foto, sondern 24 volle Stunden Landschaft.
Länder und Regionen für Landschaftsreisen
Keine Kategorie ist so breit wie die Landschaft: Praktisch jedes Ziel dieser Seite kommt infrage. Umgekehrt heißt das, dass „schöne Landschaft“ allein kein einziges Land aussortiert. Als Achse dient deshalb der oben gewählte Typ (Wildnis / Strände / Am Wasser / Stadtbummel / Aussichtspunkte / Übernachten am Aussichtsort); dazu stellen die Karten Reisedauer, beste Reisezeit, Budgetrahmen, Anreise und Anspruch in den Direktvergleich. Bei Zielen wie Polarlichtern oder Safaris ist die Jahreszeit eine absolute Bedingung – der Blick auf die angegebene beste Reisezeit ist Pflicht.
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18 Länder und Regionen
Kein Reiseziel passt – nimm einen Filter zurück.
Die Dimension des Planeten – Island, Tansania, Hawaii
Island ist mit seinen Vulkanen, Gletschern und Polarlichtern die Insel, auf der Reisen weniger Sightseeing ist als eine Begegnung mit dem Planeten selbst. Wer bis zur Südküste mit ihren schwarzen Stränden und Gletscherlagunen weiterfährt, erlebt Landschaft in Einheiten, die den menschlichen Maßstab hinter sich lassen. Auf Hawaiis Big Island in den USA bricht der Kīlauea bis heute aus. Und die Nordsafari in Tansania – mit der gewaltigen Caldera des Ngorongoro und den Flamingos des Natronsees – ist der Ort, an dem sich der Begriff „Landschaft“ bis zu Wildtieren und endlosen Ebenen dehnt.
Meer, Inseln, Caldera – Griechenland, Thailand, Philippinen
Das Flaggschiff der Meereslandschaften ist Santorini. Weiße Orte klammern sich an die Abbruchkante der Caldera, des eingestürzten Vulkankraters, und mit jedem Perspektivwechsel erneuert sich das Bild: der Sonnenuntergang von Oia, die Amoudi-Bucht unter den Klippen, das Dorf Pyrgos im Inselinneren. Auf Mykonos warten die Windmühlen von Kato Mili direkt am Wasser und der Bummel durch das weiße Gassenlabyrinth. Schnellfähren verbinden die beiden Inseln, sodass sich daraus ein einziges Inselhopping komponieren lässt.
In den Tropen liegt rund um Phuket in Thailand die Kulisse der Phi-Phi-Inseln: Kalksteininseln, verstreut über die Andamanensee. Auf der philippinischen Insel Bohol übernimmt das Landesinnere die Hauptrolle – die Chocolate Hills, Kegelhügel bis zum Horizont, und der smaragdgrüne Loboc River.
An Flüssen und Wasserwegen – Italien, Niederlande, Vietnam, Deutschland
In Venedig ist die auf der Lagune schwimmende Stadt selbst das Panorama; Kanäle übernehmen die Arbeit der Straßen. Giethoorn in den Niederlanden ist das „Dorf ohne Straßen“ – eine Kulisse, die sich mit dem führerscheinfreien Boot auf eigene Faust durchqueren lässt. Die Rheinschifffahrt in Deutschland ist eine „Aussicht in Fahrt“: mit dem Schiff durch ein Tal voller Burgen. Und auf dem Mekong in Vietnam dringen bei der Dschungeltour zu Sonnenuntergang und Glühwürmchen Ruderboote in ein Labyrinth aus Wasserwegen vor. Allen gemeinsam ist derselbe Typ: mitsamt dem Gefährt mitten in der Landschaft sein.
Aussichten zum Durchwandern – Portugal, Spanien, Belgien, Dänemark, China
Portugal – Hügel, Fluss und Atlantik auf drei Ebenen
In Lissabon, gebaut auf sieben Hügeln, öffnet sich am Ende jedes Anstiegs ein Miradouro, ein Aussichtspunkt, mit Blick über den Tejo und ein Meer roter Dächer. Die meisten sind gratis – und wechseln morgens, mittags und abends das Gesicht. Die Tram 28, die sich durch die Hügel fädelt, ist ein „fahrender Aussichtspunkt“ und fährt mit dem Zapping-Guthaben der städtischen Verkehrskarte (1,72 € pro Fahrt, Stand Juli 2026). Einzig die Taschendiebe der Stoßzeiten gehören von Anfang an ins Kalkül.
Portos Landschaft verdichtet sich an den beiden Ufern des Douro: zu Fuß über die Brücke Dom Luís I., vom gegenüberliegenden Ufer die Altstadt im Blick, und zum Abschluss die Sechs-Brücken-Bootstour (18–20 €, ca. 50 Minuten) für die Perspektive vom Wasser – so lautet das Gerüst der 2-Tage-Route. In Nazaré, von Lissabon aus ein Tagesausflug, spielt der Atlantik die Hauptrolle, gesehen vom Klippenviertel Sítio, hinauf per Standseilbahn (hin und zurück 4 €). Im Winter reisen Surfer und Schaulustige aus aller Welt an, um einige der größten Wellen der Erde zu sehen. Und der Palácio da Pena in Sintra, der über dem Nebel des Berges zu schweben scheint, ist ein weiterer Ort zum „Miterleben der Kulisse“ – erreichbar mit dem Bus 434 (24-Stunden-Ticket 13,50 €).
Spanien, Belgien, Dänemark – Ruinen, Dächer und Türme
In Tarragona steht das römische Amphitheater mit dem Mittelmeer im Rücken – Ruinen und Meer in einem einzigen Bild. In Toledo ist das Gesamtbild der Hauptdarsteller: eine Festungsstadt, von drei Seiten vom Tajo umschlungen. Der Blick von der Anhöhe am gegenüberliegenden Ufer auf die Altstadt ist exakt die Komposition, die El Greco gemalt hat. In Belgien breitet sich nach 366 Stufen auf den Belfried von Brügge ein Meer orangefarbener Dächer aus, und Kopenhagens Türme und das Kastellet sind in Dänemark ein Spazierweg, um die Stadt von oben zu begreifen. Alles Aussichten, die es erst zu Fuß und nach dem Aufstieg gibt.
China (Harbin) – wenn die Stadt selbst zur Eisskulptur wird
Die extremste Form der „Aussicht zum Durchwandern“ liegt im −20 °C kalten Harbin. In der Ice and Snow World führt der Weg mitten durch Paläste und Boulevards aus Eisblöcken; nach Sonnenuntergang leuchten die Bauten von innen. Im Stadtzentrum erhebt sich die neobyzantinische Sophienkathedrale, daran schließt die Zentralstraße mit ihren europäisch geprägten Fassaden russischen Einschlags an – eine Landschaft, die sich mit jedem Schritt verändert, ganz wie Lissabons Hügel oder Brügges Altstadt. Die Anreise ab Deutschland braucht einen Umstieg, meist über Peking oder Shanghai – dafür genügt bei der Einreise der Reisepass: visumfrei für 30 Tage (Stand Juli 2026).
Von oben auf alles blicken – Hongkong und Großbritannien
Hongkongs Victoria Harbour ist der Inbegriff der „Millionen-Dollar-Skyline“: Von der Aussichtsplattform am Peak liegen Hochhausmeer und Hafen in einer einzigen Totalen. Die Seven Sisters in Großbritannien sind weiße Kreidefelsen, die in den Ärmelkanal stürzen – Klippen dieser Größenordnung, nur einen Tagesausflug von London entfernt.
Übernachten und auf das Licht warten – Marokko, Island, Griechenland
Die Sahara bei Merzouga ist keine Landschaft zum „Betrachten“ von einer Plattform, sondern eine zum „Darin-Übernachten“: Dünen, die im Sonnenuntergang rot glühen, ein Camp im Mondlicht, vor der Morgendämmerung der Übergang von Tiefblau zu Gold – 24 volle Stunden ziehen als eine einzige Landschaft vorbei. An der Atlantikküste dann, von den Festungsmauern Essaouiras aus: Wellen, die an den Felsriffen zerschellen, und Möwenschwärme.
Santorini gehört zum selben Typ – kein „Foto von der Plattform“, sondern auf der Klippenkante übernachten und auf das Licht von Morgen und Abend warten. Auch Polarlichter funktionieren so: Das Warten selbst wird zum Reiseplan. Bei Landschaften, die sich nicht an einem Tag konsumieren lassen, gibt die Lage der Unterkunft den Ausschlag – ein Merksatz, der die Planung vereinfacht.
Die Planung – bei Landschaftsreisen entscheidet die Tageszeit
Wichtiger als jedes Eintrittsticket ist bei Landschaftsreisen die Tageszeit. Aussichtspunkte sind im schrägen Morgenlicht und in der Abenddämmerung andere Orte, mittags dagegen erreicht der Andrang seinen Höhepunkt. Die Modellrouten dieser Seite folgen deshalb dem Muster „morgens in die Höhe, mittags unterwegs, abends noch einmal hinauf“. Bei Tagesausflugszielen wie Nazaré oder Sintra hat eine Tour mit Transfer den Vorteil, dass sich das Abendlicht auskosten lässt, ohne auf den letzten Bus zu schielen.
GetYourGuide
Sechs-Brücken-Bootstour auf dem Douro
Portos Welterbe-Panorama vom Wasser aus. Rund 50 Minuten Dauer – die beliebte Tour passt in jeden Nachmittag.
Bootstour buchen →GetYourGuide
Tagesausflüge ab Lissabon entdecken
Geführte Tagestouren mit Transfer nach Óbidos, Nazaré oder Fátima. Für alle, die mehrere Orte an einem Tag verbinden möchten, ohne auf Busfahrpläne zu achten.
Tagestouren ansehen →Noch unentschieden? – Über eine andere Achse suchen
Wenn die Landschaft allein die Entscheidung nicht bringt, führt der Blick auf eine andere Seite der Reise am schnellsten weiter: nach der Geschichte hinter der Kulisse wählen, die Aussicht mit kulinarischen Entdeckungen verbinden – oder schlicht von den verfügbaren Tagen und dem Budget her zurückrechnen.




