Recherche vor OrtMai 2023 · von Amsterdam mit dem ICE angereist, 3 Nächte / 4 Tage bereist
Preise und Regeln zuletzt geprüftJuli 2026
Wer die Essenz einer Rheinreise „pur” erleben will, fährt zuerst an den Rhein: Von Köln mit seinem Dom als Welterbe, durch das obere Mittelrheintal (Welterbe) mit seinen Burgen an beiden Ufern, bis zur Bankenstadt Frankfurt – auf dieser Bahnroute steckt fast alles, was einen klassischen Wochenendtrip an den Rhein ausmacht. Im Mittelpunkt steht wie man das Rheintal aus Schiff, Bahn und Sessellift kombiniert.
Das Wichtigste zuerst – das Rheintal plant man über die „Anschlüsse der Verkehrsmittel”
- Köln ist allein für den Dom einen Halt wert: Aus dem Hauptbahnhof, 1 Minute zu Fuß, steht das Welterbe. Selbst bei 90 Minuten Umstieg sieht man das Hauptschiff (seit Juli 2026 ist der touristische Besuch kostenpflichtig, Erwachsene 12 €).
- Der Höhepunkt des Tals: „mit dem Schiff flussab, mit der Bahn zurück”: Rüdesheim → St. Goar mit dem KD-Schiff in ca. 1 Std. 40 Min. (einfach rund 27 €), zurück mit dem Nahverkehr am Fluss entlang – das ist der Klassiker.
- Der Sessellift von Boppard macht die Sache komplett: Der Blick auf die größte Rheinschleife (hin und zurück 11 €, April–Oktober) ist der „Rhein von oben”, den man vom Schiff aus nie sieht.
- Die Schifffahrt pausiert im Winter: Die KD-Linienschiffe ruhen von Ende Oktober bis Anfang April. Wer im Winter fährt, plant um auf Bahn und Aussichtspunkte.
Köln – aus dem Bahnhof getreten, steht man vor dem Welterbe

Von Amsterdam (über Utrecht) mit dem ICE in rund 3 Stunden: Steigt man auf dem Bahnsteig des Kölner Hauptbahnhofs aus, ragt direkt neben dem Bahnhofsgebäude die schwarze Felswand des Kölner Doms auf. Der Höhepunkt der Gotik, in über 600 Jahren vollendet (seit Juli 2026 kostet der touristische Besuch für Erwachsene 12 €, der Gottesdienst bleibt kostenlos). Im Inneren, wo das Licht der Buntglasfenster einfällt, folgen Höhepunkte wie der Dreikönigenschrein und die Christophorus-Statue, die geradezu aus ihrem Sockel zu wachsen scheint. Wer Kraft hat, steigt auf den Südturm (533 Stufen, kostenpflichtig). Von dort überblickt man Rhein und Altstadt. Abends geht es in ein Brauhaus der Altstadt auf ein Kölsch, die Kölner Spezialität – serviert im schlanken 200-ml-Glas, und ist es leer, kommt kommentarlos das nächste.

Rheinschifffahrt – 1 Std. 40 Min., in denen eine Burg nach der anderen auftaucht

Von Frankfurt mit dem Nahverkehr in rund 1 Std. 40 Min. ist die Weinstadt Rüdesheim der Ausgangspunkt der Fahrt. Wir gingen an Bord der KD-Abfahrt um 11:00 Uhr und fuhren bis St. Goar in ca. 1 Std. 40 Min. (einfach rund 27 €, Stand Juli 2026). Eine Reservierung ist nicht nötig, man kauft am Schalter des Anlegers eine Tageskarte und geht direkt an Bord (30 Minuten vor Abfahrt da sein ist sicher). Mit jedem Kilometer tauchen Burg Rheinstein, Burg Reichenstein, die Türme von Bacharach und die auf einer Insel schwimmende Pfalz mal rechts, mal links auf – man kommt kaum dazu, das Deck zu wechseln. Zum Schluss passiert man den sagenumwobenen Felsen der Loreley. Praktisch zu wissen: Mit Vorlage eines Bahntickets gibt es bis zu 20 % Rabatt.
St. Goar – eine Pause auf der Terrasse von Burg Rheinfels

Über dem Anlegeort St. Goar thront auf dem Berg die größte Burgruine am Rhein, Burg Rheinfels (Eintritt Richtwert 5 €, Stand Juli 2026). Vom Anleger sind es zu Fuß rund 20 Minuten bergauf, wer Kraft sparen will, nimmt den kleinen Shuttle-Van. Nach einem Rundgang durch die als Ruine erhaltenen Mauern und die unterirdischen Gänge geht es auf die Café-Terrasse des Burghotels. Der Eiskaffee mit Blick auf den Rhein ist die Belohnung für alle, die den Anstieg gemeistert haben.
Boppard – mit dem Sessellift über die „große Rheinschleife”

In Boppard, von St. Goar mit dem Nahverkehr in rund 12 Minuten, wartet ein weiterer Star dieser Route. Mit dem 915 m langen Sessellift (hin und zurück 11 €, April–Oktober, 10:00–18:00 Uhr, Barzahlung empfohlen, Stand Juli 2026) geht es auf den Hügel, wo zwei Aussichten warten: die hufeisenförmige große Rheinschleife (Rheinschleife) und der „Vierseenblick”, von dem aus vier Seen hintereinander zu sehen scheinen. Die 15 Minuten, in denen man mit baumelnden Beinen langsam über die Weinberge hinaufschwebt, sind selbst schon eine Attraktion. Besonders schön war es, als das Abendlicht die Wasseroberfläche zum Glänzen brachte.
Rüdesheim – die Drosselgasse und der Rüdesheimer Kaffee

Von Boppard mit der Bahn in rund 1,5 Stunden zurück zum Ausgangspunkt Rüdesheim, wo es abends in die Drosselgasse geht. In der nur rund 2 m breiten Gasse reihen sich Weinlokale aneinander – eine Vergnügungsmeile, wie sie zum Riesling-Anbaugebiet passt. Die Spezialität ist der Rüdesheimer Kaffee: Der örtliche Weinbrand „Asbach” wird flambiert, über den Kaffee gegossen und mit Sahnehaube versehen – ein Ritual im Glas. Mit dem Weinmuseum und der Seilbahn (zum Niederwalddenkmal) hat der Ort genau die richtige Größe für einen halben Tag vor oder nach der Schifffahrt.
Frankfurt – Römerberg und ein Abschluss mit Apfelwein

Die als Basis gewählte Stadt Frankfurt wird gern als „Umsteige-Stadt” belächelt, doch in einem halben Tag erreicht man ihren Kern. Der von Fachwerkhäusern umstandene Römerberg, der Kaiserdom der Kaiserkrönungen und im Stadtteil Sachsenhausen am anderen Mainufer die Apfelwein-Lokale – der aus dem Steinkrug (Bembel) ausgeschenkte, eigenwillig herbe Apfelwein war Geselligkeit pur. Den Blick, in dem sich Hochhäuser und Altstadt in einem Bild vereinen („Mainhattan”), fängt man von einer Mainbrücke aus ein. Nach Köln sind es mit dem ICE rund 1 Stunde, sodass man von beiden Städten aus ins Tal einen Tagesausflug machen kann.
Rheintal-Modellroute (3 Nächte / 4 Tage) und praktische Infos
- Tag 1 — Amsterdam → (ICE ca. 3 Std.) Ankunft in Köln. Dom und Altstadt, ein Kölsch-Abend.
- Tag 2 — Dom-Innenraum in Ruhe → (ICE ca. 1 Std.) weiter nach Frankfurt. Abends Apfelwein in Sachsenhausen.
- Tag 3 — morgens mit dem Nahverkehr nach Rüdesheim → 11:00-Uhr-KD-Schiff nach St. Goar → Burg Rheinfels → mit der Bahn nach Boppard → Sessellift zur Rheinschleife → zurück nach Rüdesheim, Abend in der Drosselgasse.
- Tag 4 — Römerberg, Kaiserdom, Spaziergang am Main → zum Flughafen oder zur nächsten Stadt.
- Achtung auf die Winterpause der Schifffahrt — die KD-Linienschiffe ruhen von Ende Oktober bis Anfang April. Im Winter steht auch der Sessellift still (Betrieb April–Oktober), das Tal also für die „grüne Jahreszeit” einplanen.
- Ticket-Tipp — für den Nahverkehr im Tal sind Regiotickets wie das Rheinland-Pfalz-Tagesticket günstiger. DB-Verspätungen sind Alltag, also bei Anschlüssen Puffer einplanen.
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