Recherche vor OrtApril 2024 · Aufenthalt aus eigener Erfahrung
Preise und Regeln zuletzt geprüftJuli 2026
Marrakesch ist keine Stadt, in der man Sehenswürdigkeit für Sehenswürdigkeit abklappert. Sich im Labyrinth der Medina verlieren, feilschen, vom Dach aus auf das Getümmel des Platzes hinabblicken – die Stadt selbst ist die Attraktion. Kurz gesagt: Den Kern der Besichtigung erfasst man in anderthalb Tagen. Ihren wahren Wert entfaltet die Stadt darüber hinaus als Ausgangspunkt für die Sahara-Tour und den Tagesausflug nach Essaouira. Wir zeigen, wie man durch die Medina läuft und die Stadt als Basislager nutzt.
Der Aufbau von Marrakesch – Neustadt und Medina, zwei Gesichter
Die Stadt teilt sich grob in zwei Teile: die aus der französischen Kolonialzeit stammende Neustadt (Gueliz) mit ihren Hotels und Cafés und die von rotbraunen Stadtmauern umschlossene Altstadt, die Medina (seit 1985 UNESCO-Welterbe). Die Hauptrolle spielt Letztere. Die Gassen der Medina sind eng, sie biegen ab, enden in Sackgassen, und immer wieder ziehen sich ähnliche Mauern hin – selbst die Karten-App auf dem Handy zeigt den Standort manchmal falsch an, verlaufen ist also eingeplant. Verlassen kann man sich auf die Straßennamensfliesen an den Gasseneingängen und auf den Grundsatz „geradeaus, bis eine große Straße kommt“. Und das Sichverlaufen selbst ist die Besichtigung dieser Stadt.

Djemaa el-Fna – das Herz der Stadt, das sich am Abend verwandelt
Der Djemaa el-Fna im Zentrum der Medina ist ein „lebendiger Platz“, dessen kultureller Raum selbst zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe zählt. Tagsüber stehen dort nur einige Orangensaftstände, doch sobald die Sonne sinkt, vermehren sich Essensstände, Straßenkünstler und Musikrunden wie aus dem Nichts, und nachts wird der Platz zu einem Meer aus Rauch und Lärm. Empfehlenswert: am Abend einen Platz in einem der Dachcafés rund um den Platz ergattern und bei einem Minztee von oben zusehen, wie sich der Platz verwandelt. Steigt man danach ins Getümmel hinab, lässt sich die Energie dieser Stadt gefahrlos aufsaugen.
Durch die Souks laufen – das Feilschen als Spiel begreifen
Alle Gassen, die vom Platz nach Norden führen, sind Souks (Märkte). Lampen, Keramik, Babouches (Lederpantoffeln), Tajine-Töpfe, Gewürze – die Läden gruppieren sich nach Warengruppen, und die Ware türmt sich bis unter die Gassendecke. Preisschilder gibt es kaum. Feilschen ist Voraussetzung, und der erste genannte Preis ist der Touristenpreis. Ein Gespür für die üblichen Preise bekommt man so: nicht im ersten Laden kaufen, sondern in zwei, drei Läden denselben Artikel nach dem Preis fragen. Mit einem Lächeln bei etwa der Hälfte einsteigen und, wenn man sich nicht einigt, mit einem „Danke“ den Laden verlassen – kommt jemand hinterher, ist das der echte Preis. Es muss nie unangenehm werden, auch die Händler haben Freude am Verhandeln.

In einem Riad übernachten – die Stille einen Schritt hinter dem Lärm
Als Unterkunft in Marrakesch empfehlen wir nachdrücklich ein Riad – ein umgebautes traditionelles Stadthaus in der Medina. Der Staub der Gassen draußen ist wie vergessen: Hinter der Tür warten ein Innenhof mit Springbrunnen, Fliesenschmuck und Stille. Genau dieser Kontrast zwischen dem Chaos draußen und der Ruhe drinnen ist der Grundgedanke der marokkanischen Architektur – in einem Hotel erlebt man das nicht. Ein einziges Auswahlkriterium: nur wenige Gehminuten vom Djemaa el-Fna oder einem Stadttor entfernt. Ein Riad in einer abgelegenen Ecke ist zwar günstiger, doch der Heimweg am Abend und das Schleppen des Gepäcks werden zur Geduldsprobe.

Als Basislager – von Marrakesch aus die Reise ausweiten
Der wahre Wert von Marrakesch liegt in den „Orten, die von hier aus erreichbar sind“. Erstens die Sahara-Tour (3 Tage/2 Nächte) – fast alle Touren starten in dieser Stadt. Zweitens der Tagesausflug in die Atlantik-Hafenstadt Essaouira (mit dem Bus 2,5–3 Stunden). Zudem reicht die marokkanische Bahn (ONCF) bis Casablanca und Fès, und auf dem Luftweg sind Lissabon oder Madrid gut ein bis zwei Stunden entfernt – eine Zwei-Kontinente-Runde mit der Iberischen Halbinsel lässt sich realistisch planen. Bewährt hat sich ein Ablauf mit mehrmaligem Kommen und Gehen, etwa „2 Nächte Marrakesch + 2 Nächte Wüste + 1 Nacht zurück“.

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- Vom Flughafen in die Stadt – vom Flughafen Menara in die Medina rund 15 Minuten mit dem Auto. Beim Taxi wird der Fahrpreis vor der Fahrt ausgehandelt (mit einem Taxameter ist nicht zu rechnen). Sicherer sind eine Fahrdienst-App oder ein Transfer über die Unterkunft
- Bargeld – in Souks, an Ständen und im Taxi zählt Bargeld (Dirham). Karte funktioniert in besseren Restaurants und in Riads. Geldautomaten gibt es reichlich in der Neustadt und rund um den Platz
- Kleidung – zurückhaltend; viel nackte Haut vermeidet man besser. Selbst im Frühjahr ist die Sonne tagsüber stark, daher Hut und Sonnenbrille
- Einreise-Hinweis – mit dem deutschen Reisepass ist Marokko für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tagen visumfrei. Die bei der Einreise in den Pass eingetragene Einreisenummer braucht man beim Check-in jeder Unterkunft, also am besten abfotografieren (Stand Juli 2026)
- Schlepper – verbreitet ist die Masche, sich als Wegweiser aufzudrängen und danach ein Trinkgeld zu fordern. Wer keine Hilfe braucht, lehnt klar ab; nach dem Weg fragt man sicherer in einem Laden
Weiterlesen – die Marokko-Reise zusammenstellen
- Von dieser Stadt in die Wüste → Sahara-Wüstentour: der komplette Guide (3 Tage/2 Nächte)
- Tagesausflug an den Atlantik → Essaouira: Guide für den Tagesausflug
- Mit Europa verbinden → Marokko × Spanien/Portugal: Guide für die Rundreise



