Das Fischerdorf Nazaré ist berühmt als der Ort mit einigen der größten Wellen der Welt. Im Winter branden über 20 Meter hohe Riesenwellen an die Praia do Norte, und Big-Wave-Surfer aus aller Welt kommen zusammen. Doch nicht nur die Wellen: die Altstadt oben auf der Klippe, der Wallfahrtsort der Marienlegende und die Kultur des Fischerorts mit den Frauen in ihren sieben Röcken – die Sehenswürdigkeiten sind vielschichtig. Üblich ist ein Tagesausflug von Lissabon oder eine Kombination mit Óbidos u. a. Dieser Artikel erklärt die Anreise, die drei Ortsteile und die beste Zeit, um die Riesenwellen zu sehen.
Auf einen Blick
| Thema | Inhalt |
|---|---|
| Anreise | Von Lissabon (Sete Rios) mit dem Bus von Rede Expressos in etwa 1 Stunde 45 Minuten bis 2 Stunden. Richtwert 7–13 € pro Strecke, gut ein Dutzend Verbindungen pro Tag |
| Kosten (Richtwert) | Die Standseilbahn hinauf nach Sítio 2,50 € pro Strecke, 4 € hin und zurück. Festung São Miguel Arcanjo (Leuchtturm) 2 € Eintritt |
| Zeitbedarf | Rund um Sítio ein halber Tag; mit Bummel durchs Fischerdorf und Essen ein ganzer Tag |
| Reservierung | Die Busse haben flexible Preise; mit Frühbucher-Promotarif sind es teils um die 5 €. Beliebt sind auch Tagestouren mit Transfer, die Nazaré mit Óbidos, Fátima u. a. verbinden |
| Beste Zeit & Hinweise | Für die Riesenwellen Herbst bis Winter (grob Oktober–März). Sie entstehen aber nicht jeden Tag – daher kurz vorher die Dünungsvorhersage auf einer Surf-Prognose-Seite prüfen. Oben auf der Klippe ist es windig, im Winter sind Wind- und Kälteschutz Pflicht |
Stand Juli 2026 – aktuelle Angaben bitte auf den offiziellen Websites prüfen.
Den Aufbau von Nazaré verstehen
Nazaré teilt sich in drei Bereiche. Wer sich ihre Lage einprägt, kommt effizient herum.
- Praia – das Zentrum am Meer. Strand, Restaurants, Busankunft und -abfahrt
- Sítio – die Altstadt oben auf der Klippe. Aussichtspunkt für die Riesenwellen, Wallfahrtsort und Leuchtturm sind hier. Hinauf mit der Standseilbahn
- Pederneira – eine noch höher gelegene alte Siedlung. Ruhig und mit gutem Ausblick
Anreise ab Lissabon
Vom Busbahnhof Sete Rios in Lissabon fährt der Bus von Rede Expressos in etwa 1 Stunde 45 Minuten bis 2 Stunden bis zur Praia von Nazaré. Der Fahrpreis liegt bei 7–13 € pro Strecke (flexible Preise; mit Frühbucher-Promotarif teils um die 5 €), gut ein Dutzend Verbindungen pro Tag (Stand Juli 2026). Weil der nächste Bahnhof abseits liegt, ist für den Tagesausflug der Bus praktisch. Óbidos, Alcobaça, Batalha und Fátima liegen geografisch nah, und es ist beliebt, sie per Tagestour mit Transfer an einem Tag zu kombinieren (zur Wahl des Anbieters siehe Vor-Ort-Touren im Vergleich). Prüfen Sie die Abfahrtszeit des Rückbusses am besten gleich nach der Ankunft.
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Aussichtspunkt und Leuchtturm (Sítio)
Von der Praia geht es mit der Standseilbahn (Ascensor) hinauf nach Sítio auf der Klippe. Der Fahrpreis beträgt 2,50 € pro Strecke, 4 € hin und zurück, Betrieb vom frühen Morgen bis spät in die Nacht etwa im 15-Minuten-Takt (Stand Juli 2026; Barzahlung am sichersten). Die Festung São Miguel Arcanjo (Leuchtturm) an der Landspitze ist die beste Position, um die Riesenwellen zu beobachten, und beherbergt im Inneren eine Ausstellung zum Big-Wave-Surfen (Eintritt 2 €, grob 10–18 Uhr, saisonal und bei Wellen-Events abweichend). Vom nahe gelegenen Aussichtspunkt Suberco überblickt man Praia do Norte und den Ort. An Tagen mit Wellen versammeln sich hier Fotografen und Surfer aus aller Welt.
Warum hier einige der größten Wellen der Welt entstehen
Vor Nazaré liegt mit dem Nazaré-Canyon ein gewaltiger unterseeischer Graben, der die Energie der atlantischen Dünung auf einen Punkt bündelt und so außergewöhnlich hohe Wellen erzeugt. Seit Garrett McNamara 2011 den damaligen Weltrekord aufstellte, gilt Nazaré als „Mekka der Weltrekorde“. Am größten werden die Wellen im Herbst und Winter (grob Oktober–März).
🧭 Vor-Ort-NotizEin wichtiger praktischer Hinweis: Die Riesenwellen entstehen auch in der Saison nicht jeden Tag. Sie treten nur an Tagen auf, an denen ein Atlantiktief eine große Dünung heranschiebt; an ruhigen Tagen ist die Praia do Norte ein ganz normales Meer. Wer es auf die Riesenwellen abgesehen hat, prüft auf Surf-Prognose-Seiten wie Surfline oder Windguru die Dünungsvorhersage für die Praia do Norte und legt den „Tag des Besuchs“ während der Reise kurzfristig fest – das ist die Regel. Auch Tow-in-Surfing-Sessions und Big-Wave-Events werden je nach Dünung erst wenige Tage vorher angesetzt. Einen festen Termin zu setzen und dann „an dem Tag keine Wellen“ zu erleben, ist in Nazaré der häufigste Fehlschlag.
Marienwallfahrt und Fischerkultur
In Sítio steht die Wallfahrtskirche Nossa Senhora da Nazaré, ein Pilgerort, der mit der Nazaré-Legende verbunden ist: Ein Ritter, der beinahe von der Klippe stürzte, soll von der Muttergottes gerettet worden sein. An der Praia lebt das Fischerdorf bis heute fort – etwa Frauen in den traditionellen sieben übereinander getragenen Röcken (sete saias) oder Fische, die auf Netzen in der Sonne getrocknet werden.
Essen und Praktisches
- Spezialitäten: frische Meeresfrüchte, über Holzkohle gegrillte Sardinen, Fischeintopf (Caldeirada)
- Beste Reisezeit: für die Riesenwellen Herbst bis Winter. Zum Baden und für ruhige Strände der Sommer. Näheres unter Beste Reisezeit und Budget
- Zeitbedarf: rund um Sítio ein halber Tag. Mit Bummel durchs Fischerdorf und Essen ein ganzer Tag
- Kleidung: oben auf der Klippe ist es windig. Im Winter für guten Wind- und Kälteschutz sorgen
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