Mit ihrem gelben Wagenkasten quietscht sich die Tram 28 (Carris 28E) durch Lissabons steile Hänge und enge Gassen – ein „fahrender Aussichtsplatz“, von dem aus man die Stadt selbst besichtigt. In einem Zug verbindet sie das mittelalterliche Labyrinth von Alfama, den Hügel von Graça, das Schachbrett der Baixa und Estrela. Allerdings gilt sie auch als die Tram mit den meisten Taschendieben der Welt, und der Andrang ist enorm. Dieser Artikel erklärt praxisnah Route und Höhepunkte, wie man Gedränge und Taschendieben ausweicht, Tickets und Fahrtdauer sowie Alternativlinien.
Auf einen Blick
| Thema | Inhalt |
|---|---|
| Route | Martim Moniz – Campo de Ourique (durchquert Alfama, Graça, Baixa/Chiado und Estrela) |
| Kosten (Richtwert) | Einzelticket (Kauf im Fahrzeug) 3,30 € / mit Zapping 1,72 € pro Fahrt / Carris/Metro 1-Stunden-Ticket 1,90 € / 24-Stunden-Ticket 7,25 € |
| Fahrtdauer | Gesamtstrecke etwa 40–60 Minuten (schwankt durch Verkehr u. a.). Betrieb von der ersten Fahrt gegen 5 Uhr bis zur letzten gegen 23 Uhr, tagsüber etwa im 10- bis 15-Minuten-Takt |
| Reservierung | Nicht nötig. Das Aufladen der Navegante-Karte (Ausgabe 0,50 €) ist im Fahrzeug nicht möglich – daher vorab an den Automaten in den Metrostationen erledigen |
| Beste Zeit & Hinweise | Früh am Morgen (ab der ersten Fahrt bis etwa 9 Uhr) oder ab dem Abend ist es angenehmer. Ab der Anfangshaltestelle einsteigen erhöht die Chance auf einen Sitzplatz. Auf einer Linie mit vielen Taschendieben Gepäck vorn tragen, Portemonnaie niemals in die Gesäßtasche |
Stand Juli 2026 – aktuelle Angaben bitte auf den offiziellen Websites prüfen.
Route und Höhepunkte der Tram 28

Die 28 verbindet Martim Moniz mit Campo de Ourique und durchquert dabei die touristischen Kernviertel. Wie der nostalgische Holzwagen „Remodelado“ durch Gassen, in denen kaum zwei Menschen aneinander vorbeikommen, und über steile Anstiege fährt, ist für sich schon ein Erlebnis.
- Alfama – das mittelalterliche Labyrinth unterhalb der Burg São Jorge, die Heimat des Fado
- Graça – der Ausblick von den Aussichtspunkten (Miradouros) oben auf dem Hügel
- Baixa/Chiado – das schachbrettartige Geschäftsviertel
- Estrela – die Basilika von Estrela und ihr Garten
So weicht man Gedränge und Taschendieben aus

Weil sich in der 28 die Touristen ballen, ist sie tagsüber oft so voll, dass man nicht einsteigen oder sitzen kann, und sie ist zudem eine Linie mit vielen Taschendieben. Mit den folgenden Kniffen verändern sich Komfort und Sicherheit erheblich.
- Früh (ab der ersten Fahrt bis etwa 9 Uhr) oder ab dem Abend fahren – so umgeht man den Andrang der Tagesspitze
- Ab der Anfangshaltestelle Martim Moniz (oder Campo de Ourique) einsteigen – an Zwischenhaltestellen bekommt man mitunter weder Sitzplatz noch Einlass; ab dem Startpunkt sitzt man leichter
- Gepäck vorn tragen, das Handy fest in der Hand halten – am gefährlichsten ist das Gedränge beim Ein- und Aussteigen. Portemonnaie niemals in die Gesäßtasche (Näheres unter Sicherheit und Schutz vor Betrug)
- Nicht die ganze Strecke durchfahren – nur den Hauptabschnitt (Graça – Alfama – Baixa) fahren, der Rest geht auch zu Fuß
Tickets und Preise (Stand Juli 2026)
Die Tarife wurden im Januar 2026 angepasst. Es folgen die aktuellen offiziellen Carris-Preise (Stand Juli 2026).
- Einzelticket (Kauf im Fahrzeug): 3,30 €. Auf Barzahlung ausgelegt und teuer. Lädt man die Navegante-Karte (ehem. Viva Viagem, Ausgabe 0,50 €) auf und nutzt Zapping, sind es nur 1,72 € pro Fahrt – fast die Hälfte
- Carris/Metro 1-Stunden-Ticket: 1,90 € (wird auf die Karte geladen, 60 Minuten lang in Tram, Bus und Metro gültig)
- 24-Stunden-Ticket (Carris/Metro): 7,25 €. Freie Fahrt in Tram, Metro, Bus und den Standseilbahnen (Elevadores); ab vier Fahrten am Tag lohnt es sich. Im hügeligen Lissabon eine starke Option
- Das Aufladen der Karte ist im Fahrzeug nicht möglich, daher am besten vorab an den Automaten in den Metrostationen erledigen
Die Gesamtstrecke (Martim Moniz – Campo de Ourique) dauert etwa 40–60 Minuten. Auf den Schienen parkende Fahrzeuge und Staus lassen das stark schwanken. Der Betrieb läuft werktags grob von der ersten Fahrt gegen 5 Uhr bis zur letzten gegen 23 Uhr, tagsüber etwa im 10- bis 15-Minuten-Takt (an Wochenenden und Feiertagen seltener; die aktuellen Zeiten auf der offiziellen Carris-Website prüfen).
Alternativlinien und andere Varianten
- Tram 12 – fährt rund um Alfama. Manchmal leerer als die 28
- Tram 24 – eine wiederbelebte Linie Richtung Príncipe Real
- Touristen-Trams (Hills Tramcar u. a.) – wenn man das Gedränge gegen Bequemlichkeit eintauschen will
- Zu Fuß kombinieren – Graça und Alfama erlebt man am besten zu Fuß. Nutzt man die Tram nur für die Anstiege und geht bergab sowie auf flachen Abschnitten, umgeht man das Gedränge
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Tram- und Stadtführungen in Lissabon finden
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Erlebnisse ansehen →Wo die Linie 28 in den Ablauf gehört – die Fahrt selbst zum Ziel machen
Die Linie 28 ist Verkehrsmittel und Sehenswürdigkeit zugleich. Wer sie nutzt, um irgendwohin zu kommen, wird von Gedränge und unkalkulierbaren Zeiten herumgeschoben. Der Kniff: die Fahrt selbst als eigenen Programmpunkt einplanen.
- Ganz früh ist die einzige gute Linie: tagsüber ist die Bahn voll und ein Hotspot für Taschendiebe. Nahe der ersten Abfahrt bekommt man einen Sitzplatz und kann aus dem Fenster fotografieren
- Mit den Zielen oben auf dem Hügel bündeln: An der Strecke der 28 liegen die Burg São Jorge und die Gassen der Alfama, von der Baixa aus zu Fuß erreichbar. Hinauffahren und hinuntergehen — so bezwingt man die Steigungen ohne Wartezeit
- Belém auf einen anderen Tag legen: Belém liegt rund 6 km westlich des Zentrums, etwa 25 Minuten mit der Linie 15E. Es liegt in der Gegenrichtung zur 28, beides in einen Vormittag zu pressen verbraucht den Vormittag allein mit Fahren
- Ausweichlösung bei Andrang: Denselben Hang erklimmt auch der Elevador de Santa Justa — der Ausweg an einem Tag, an dem die 28 nicht zu schaffen war
- Der Schutz vor Taschendieben entscheidet sich vor dem Einsteigen: Typisch ist, dass im vollen Wagen die Tasche geöffnet wird — Wertsachen also vorn am Körper tragen und den Rucksack schon vor dem Einsteigen nach vorn drehen. Genau das Umräumen des Gepäcks im Wagen zieht die Aufmerksamkeit auf sich
- Die Lage der Unterkunft verändert die Brauchbarkeit: Wer an der Strecke wohnt, erwischt leicht die leeren frühen Fahrten; vom Hotel am Fluss aus muss man erst den Hang hinauf, bevor man einsteigen kann. Wer wegen der 28 kommt, spürt das schon bei der Wahl des Viertels
- Vorher festlegen, wo man aussteigt: Statt bis zur Endstation zu fahren, hält oben am Hügel aussteigen und hinuntergehen die Zeit im Gedränge kurz
- An Tagen mit großem Gepäck meiden: Der Wagen füllt sich mit Stehenden, mit Koffer einzusteigen ist unrealistisch. Für einen Tag mit leichtem Gepäck einplanen, nicht für den An- oder Abreisetag
Wie sich der Tag aufbaut, steht in der 3-Tage-Modellroute für Lissabon, die Reihung der Sehenswürdigkeiten in den 15 schönsten Orten Portugals.
Am Ende ist die 28 am befriedigendsten, wenn man sie früh und nur für ein kurzes Stück nimmt. Wer sich bis zur Endstation schaukeln lassen will, bitte — aber als Teil der Besichtigung gilt: die Stoßzeit meiden, oben am Hügel aussteigen und hinuntergehen. Dann greifen Ausblick, Stadtspaziergang und Kondition ineinander. Lissabons Steigungen ändern ihren Schwierigkeitsgrad enorm, je nachdem, wo man zwischen Fahren und Gehen wechselt.
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