Reynisdrangar sea stacks from Reynisfjara black sand beach, Iceland

Islands Südküste: schwarze Strände und Gletscherlagune

PHOTO: TRAVELERS ROUTE

Von Reynisfjara bis Jökulsárlón: die Höhepunktstrecke der Südküste an zwei Tagen — schwarze Strände, Basaltsäulen und treibende Eisberge, plus die Sicherheitsregeln gegen Sneaker Waves.

Travelers Route  /  Artikel

14 Min. Lesezeit

Recherche vor OrtSelbst gefahren, Ende Oktober 2025

Preise und Regeln zuletzt geprüftJuli 2026

Schwarze Sandstrände, sechseckige Steinsäulen, Felsnadeln, die aus dem Meer ragen, und ein See, durch den blaues Eis treibt — die Südküste Islands ist die Höhepunktstrecke des Landes, an der sich entlang der Ringstraße „unirdisch wirkende Landschaften“ aneinanderreihen. Dieser Beitrag zeigt den Weg vom schwarzen Strand Reynisfjara bis zur Gletscherlagune Jökulsárlón — und die Sicherheitsregeln, an denen das Leben hängt.

Das Fazit zuerst — die Südküste plant man als „zwei Tage, eine Nacht“

  1. Als Tagesausflug ab Reykjavík ist es ein Gewaltmarsch: bis zur Gletscherlagune rund 370 km pro Strecke. Mit einer Nacht rund um Vík verbindet man Wasserfälle, schwarzen Strand und Gletscherlagune ganz entspannt.
  2. In Reynisfjara den Warnampeln unbedingt folgen: Hier kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen durch Sneaker Waves (hohe Wellen, die ohne Vorzeichen heranrollen). Eiserne Regel: bei Rot den Sperrbereich nicht betreten, mindestens 30 Meter Abstand zur Wasserlinie halten.
  3. Parken mit der Parka-App: Die wichtigsten Orte haben kostenpflichtige Parkplätze mit Kennzeichenerfassung (750 bis 1.040 ISK). Mit installierter App läuft das Bezahlen reibungslos.
  4. Gletscherlagune und Diamond Beach kosten nur eine Parkgebühr: 1.040 ISK pro Tag decken beide Parkplätze ab.

Reynisfjara — der schönste und der gefährlichste schwarze Strand der Welt

Der schwarze Strand Reynisfjara und die Felsnadeln Reynisdrangar Reynisdrangar sea stacks from Reynisfjara black sand beach, Iceland
Die Reynisdrangar hinter dem schwarzen Sand. Der Sage nach „bei Tagesanbruch versteinerte Trolle“ — PHOTO: TRAVELERS ROUTE (Oktober 2025)

Reynisfjara, westlich des Dorfes Vík gelegen, ist ein tiefschwarzer Strand aus vulkanischem Sand. Die vor der Küste aufragenden Felsnadeln Reynisdrangar, die ganze Klippe aus Basaltsäulen und die Basalthöhle Hálsanefshellir — die Höhepunkte drängen sich in einem Radius von 300 Metern. Der Zugang ist kostenlos; der Parkplatz nahe dem Strand kostet 1.000 ISK, der etwas weiter oben gelegene 750 ISK (jeweils 3 Stunden, Bezahlung per Parka-App, Stand Juli 2026).

Die Klippe aus Basaltsäulen bei Reynisfjara Columnar basalt cliff at Reynisfjara, Iceland
Aufeinandergestapelte sechseckige Basaltsäulen. Eine Regelmäßigkeit, die kaum wie ein Werk der Natur wirkt — PHOTO: TRAVELERS ROUTE (Oktober 2025)
Die Basalthöhle Hálsanefshellir und die Basaltsäulen Halsanefshellir basalt cave at Reynisfjara, Iceland
Die Basalthöhle Hálsanefshellir. Bei roter Warnung wird dieser Bereich gesperrt — PHOTO: TRAVELERS ROUTE (Oktober 2025)

Und was man unbedingt wissen muss: Die Sneaker Waves an diesem Strand sind Wellen, die zwischen ruhigem Wellengang plötzlich weit höher als üblich heraufschießen und selbst Erwachsene in Sekunden ins Meer reißen. Es kommt tatsächlich immer wieder zu tödlichen Unfällen, auch im August 2025 gab es ein Opfer. Inzwischen steht am Zugang eine Warnampel in Rot, Gelb und Grün, die mit einer automatischen Wellenvorhersage gekoppelt ist; bei Rot werden Höhle und Basaltsäulenbereich gesperrt (Stand Juli 2026). „Nur kurz, ich will ein Foto“ ist am gefährlichsten. Den Warnampeln folgen, mindestens 30 Meter Abstand zur Wasserlinie halten, dem Meer nie den Rücken zukehren — hält man diese drei Regeln ein, gehört dieser Ort zu den grandiosesten Landschaften der Welt.

Dyrhólaey — die Kap-Landzunge mit dem Felsbogen über dem schwarzen Strand

Die Landzunge Dyrhólaey, vom schwarzen Strand aus gesehen Dyrholaey promontory seen across the black sand beach, Iceland
Dyrhólaey am Ende der schwarzen Küstenlinie. Von der anderen Seite sieht man das bogenförmige Loch im Fels — PHOTO: TRAVELERS ROUTE (Oktober 2025)

Die westlich von Reynisfjara gelegene Landzunge Dyrhólaey — der Name bedeutet „Insel mit dem Türloch“ — erkennt man an ihrem gewaltigen, zum Meer offenen Felsbogen. Von der Aussichtsplattform reicht die schwarze Küstenlinie schnurgerade bis zum Horizont: das schönste Panorama der Südküste. Das Parken kostet 750 bis 1.000 ISK (die Angaben schwanken je nach Quelle, also die Schilder vor Ort beachten). Im Sommer (etwa Mai/Juni) ist es Brutgebiet der Papageitaucher, und einzelne Bereiche können gesperrt sein.

Jökulsárlón — der See mit den treibenden Eisbergen und der Diamond Beach

Blaue Eisberge treiben in der Gletscherlagune Jökulsárlón Blue icebergs floating in Jokulsarlon glacier lagoon, Iceland
Vom Vatnajökull abgebrochene Eisberge füllen den See. Das Blau ist die Farbe des verdichteten Eises — PHOTO: TRAVELERS ROUTE (Oktober 2025)

Der östliche Endpunkt der Südküste ist die Gletscherlagune Jökulsárlón. Vom Ende des Vatnajökull-Gletschers abgebrochene Eisberge füllen die Seeoberfläche und treiben langsam ins Meer hinaus. Auf der Meerseite jenseits der Straße liegt der Diamond Beach — ein Strand, an dem aus dem See gespülte Eissplitter auf dem schwarzen Sand landen und wie Edelsteine funkeln. Das Parken kostet für Pkw 1.040 ISK pro Tag, und mit einer Zahlung sind Gletscherlagune und Diamond Beach am selben Tag beide abgedeckt (Kennzeichenerfassung, Bezahlung per Parka-App oder am Kiosk vor Ort). Am selben Tag gibt es zudem 50 Prozent Rabatt auf das Parken in Skaftafell (dem Ausgangspunkt zum Svartifoss) (Stand Juli 2026). Wer Zeit hat, schiebt unterwegs in Skaftafell eine Wanderung zum Basaltsäulen-Wasserfall Svartifoss ein — das ist Standard.

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Bootstouren und Kajak auf dem Jökulsárlón, Gletscherwanderungen und im Winter Eishöhlen. Für Bereiche, die man allein nicht betreten darf, ist eine Tour der einzige Weg.

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Praktische Infos zur Fahrt entlang der Südküste

  • Modellroute (zwei Tage, eine Nacht) — Tag 1: Reykjavík → Wasserfälle Seljalandsfoss und Skógafoss → Dyrhólaey → Reynisfjara → Übernachtung in Vík; Tag 2: Skaftafell → Jökulsárlón und Diamond Beach → Rückweg (rund 800 km Rundfahrt).
  • Parkgebühren im Überblick — Reynisfjara 750 bis 1.000 ISK, Dyrhólaey 750 bis 1.000 ISK, Gletscherlagune + Diamond Beach 1.040 ISK pro Tag. Die Parka-App vorab installieren; vergessenes Bezahlen wird mit Strafe geahndet.
  • Sicherheit — die Warnampeln und die Anweisungen des Personals in Reynisfjara sind bindend. Im Winter gibt es Glätte und starken Wind, deshalb jeden Morgen road.is und safetravel.is prüfen.
  • Tanken und Essen — Vík ist der größte Versorgungspunkt der Südküste. Richtung Gletscherlagune liegen die Orte weit auseinander, also besser tanken, sobald der Tank unter halb steht.
  • Beste Reisezeit — im Sommer sind dank Mitternachtssonne die Aktivzeiten lang, im Winter kommen Schneepracht und Eishöhlen hinzu. Bei unserer Fahrt Ende Oktober gab es rund 8 Stunden Tageslicht, und zwei Tage mit einer Nacht waren genau die richtige Aufteilung.

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