Portugal gehört auch innerhalb Europas zu den sicheren Ländern, und das Risiko, in schwere Kriminalität zu geraten, ist gering. Allerdings treten gegen Touristen gerichtete Taschendiebstähle, Trickdiebstähle und Bagatelldelikte an den Sehenswürdigkeiten und im öffentlichen Nahverkehr von Lissabon und Porto verlässlich auf. Dieser Artikel ordnet praxisnah die häufigen Maschen und ihre Orte, die Vorkehrungen vor der Reise und vor Ort sowie das Verhalten im Schadensfall. Das Fazit: „nicht übertrieben ängstlich sein, aber konsequent so auftreten, dass man nicht wie ein leichtes Opfer wirkt“ – schon das verhindert den Großteil der Schäden.
Das Sicherheitsniveau in Portugal
In den wichtigsten Touristenvierteln sind auch abends viele Menschen unterwegs, und man geht dort verhältnismäßig sicher; in den späten Nachtstunden sollte man einsame Seitengassen und dunkle Treppenwege lieber nicht allein begehen. Mit Waffengewalt hat man so gut wie nie zu tun. Andererseits gibt es an vollen Sehenswürdigkeiten, in Tram und Metro die weltweit gleichen „Touristen-Taschendiebe“. Gefährlich ist weniger das „Viertel“ als „Gedränge und Unachtsamkeit“. Es kommt also weniger darauf an, Orte zu meiden, als darauf, durch das eigene Verhalten keine Blöße zu geben.
Häufige Maschen und ihre Orte

- Taschendiebstahl bei Gedränge in Tram 28 und 15 sowie in der Metro – im Gewühl beim Ein- und Aussteigen zielt man auf Taschen und Hosentaschen. Am häufigsten auf den beliebten, von Touristen überlaufenen Linien
- Trickdiebstahl in Cafés und Restaurants – Taschen an der Stuhllehne oder am Boden, das Handy auf dem Tisch sind im Nu weg. Besonders auf Terrassenplätzen aufpassen
- Ansprechen durch „Drogenverkäufer“ etwa im Bairro Alto – ein Bagatelldelikt, bei dem Fälschungen angedreht werden. Einfach ignorieren und weitergehen
- Gruppen, die eine Unterschriften- oder Umfrageaktion vortäuschen – sie halten einem ein Blatt hin, um abzulenken, während ein Komplize zugreift
- Skimming und Ausspähen am Geldautomaten – Automaten an Banken oder in Innenräumen nutzen und die PIN mit der Hand abdecken
- Umwege und manipulierte Taxameter bei Taxis – Fahrdienst-Apps (Uber/Bolt) sind transparenter als das Heranwinken auf der Straße. Vom Flughafen aus besonders
Hinweise nach Vierteln
- Lissabon: Tram 28, die Warteschlange am Elevador de Santa Justa, die vollen Gassen von Alfama, rund um den Rossio-Platz
- Porto: Bahnhof São Bento, die von Touristen dichten Bereiche in der Ribeira, oben auf der Brücke Dom Luís I.
- Überall: „Orte, an denen Menschen stehen bleiben“ wie Bahnhöfe, Flughäfen und Kathedralenvorplätze. Der Moment des Stehenbleibens ist am gefährdetsten
Auch bei der Wahl des Unterkunftsviertels sind die abendliche Belebtheit und der Weg vom Bahnhof wichtig. Näheres unter Wo in Lissabon übernachten? Der Viertel-Guide.
Vorkehrungen vor der Reise und vor Ort
- Bargeld und Karten aufteilen – nicht das ganze Vermögen in ein Portemonnaie. Das Hauptbudget in den Hotelsafe, für unterwegs nur das Nötigste
- Bauchtasche mit Reißverschluss – den Rucksack vorn tragen. Portemonnaie und Handy niemals in die Gesäßtasche
- Handy mit Trageband oder Sicherung – nicht auf dem Tisch liegen lassen
- Ausweisdokument: In Portugal gilt eine Ausweispflicht – Sie sollten stets ein gültiges Ausweisdokument bei sich haben. Für Deutsche genügt der Personalausweis; ein Reisepass ist im Schengenraum nicht nötig. Um bei Diebstahl nicht ohne Papiere dazustehen, lohnt es sich, eine Kopie (plus Cloud-Speicherung und ein Foto auf dem Handy) anzulegen. Wer mit dem Reisepass unterwegs ist, bewahrt das Original besser im Safe auf und trägt eine Kopie
- Notrufnummer 112 (einheitlich für Polizei, Rettung und Feuerwehr, auch auf Englisch). Notieren Sie sich außerdem die Kontaktdaten der Deutschen Botschaft Lissabon
- Für Verbindung sorgen – wer offline verloren geht, trifft leicht falsche Entscheidungen. Für Karten, Fahrdienst-Apps und Erreichbarkeit durchgehend online bleiben
Wenn etwas passiert
- Diebstahl/Verlust: bei der nächsten Polizeidienststelle eine Anzeige (Police Report) aufnehmen lassen. Für Ansprüche bei der Reiseversicherung und beim Kartenmissbrauchsschutz unerlässlich. In Lissabon befindet sich die Touristenpolizei (PSP Esquadra de Turismo) im Palácio Foz am Praça dos Restauradores und nimmt Anzeigen von Touristen in mehreren Sprachen auf
- Karte: sofort die Kartengesellschaft anrufen und sperren lassen. Die Nummer vor der Abreise notieren
- Verlust des Ausweisdokuments: bei der Polizei anzeigen → bei der Deutschen Botschaft einen Reiseausweis als Passersatz beantragen
- Deutsche Botschaft Lissabon: zuständig für Passersatz und konsularische Hilfe. Aktuelle Adresse und Telefonnummer auf der offiziellen Website (lissabon.diplo.de)
- Nichts mit Gewalt zurückholen: die eigene Sicherheit geht vor. Nicht wehren, sondern Notizen machen (Ort, Uhrzeit, Merkmale)
Prüfen Sie außerdem vor der Reise die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zu Portugal und tragen Sie Ihre Reise in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts ein; so erreichen Sie aktuelle Warnhinweise per E-Mail, und im Ernstfall lässt sich die Unterstützung durch die Botschaft leichter organisieren.
Häufige Fragen
Ist Portugal sicher?
Portugal gehört auch innerhalb Europas zu den sicheren Ländern. In den Touristenvierteln von Lissabon und Porto kommen Taschen- und Trickdiebstähle allerdings alltäglich vor. Gewaltkriminalität ist selten, und mit den grundlegenden Vorkehrungen muss man sich nicht übertrieben fürchten.
Wo muss man besonders aufpassen?
In vollen öffentlichen Verkehrsmitteln wie der Tram 28, an Aussichtspunkten und Plätzen mit dichtem Touristenandrang sowie in dunklen Gassen und auf Treppenwegen bei Nacht. Grundregel: Gepäck vor dem Körper tragen und keine Wertsachen in die Taschen stecken.
Muss ich meinen Ausweis mitführen?
In Portugal gilt eine Ausweispflicht, daher sollten Sie stets ein Ausweisdokument bei sich haben. Für Deutsche genügt im Schengenraum der Personalausweis, ein Reisepass ist nicht nötig. Wegen des Diebstahlrisikos ist es sinnvoll, zusätzlich eine Kopie (und ein Foto auf dem Handy) anzulegen; wer mit dem Reisepass reist, lässt das Original besser im Hotelsafe.
Wen kontaktiere ich im Schadensfall?
In Lissabon nimmt die Touristenpolizei (PSP Esquadra de Turismo) im Palácio Foz am Praça dos Restauradores Anzeigen von Touristen auf. Bei Verlust des Ausweisdokuments wenden Sie sich an die Deutsche Botschaft Lissabon. Vor der Reise empfiehlt sich zudem die Eintragung in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts.
Verwandte Artikel – zur Vorbereitung der Reise
- Portugal: Wi-Fi/SIM im Vergleich – die Wahl der Verbindung
- Wo in Lissabon übernachten? Der Viertel-Guide – Unterkunftswahl nach Sicherheit und Wegen
- Portugals beste Reisezeit und Budget – wann hinfahren, was es kostet
- Lissabon in 3 Tagen – Modellroute – die Stadt sicher genießen
- Elektronische Einreisegenehmigungen (UK ETA, US ESTA & Co.) – für Reisen außerhalb der EU, wann Deutsche vorab eine Genehmigung brauchen
- Reiseversicherung richtig wählen – reicht der Schutz über die Kreditkarte?
- Reiseführer Portugal – der Einstieg zu allen Portugal-Artikeln




