Recherche vor OrtFebruar 2023 · 4 Tage/3 Nächte (Dinner-Cruise auf dem Saigon-Fluss / Stadtbummel / Mekong-Delta mit Glühwürmchen / Cu-Chi-Tunnel)
Preise und Regeln zuletzt geprüftJuli 2026
Ho-Chi-Minh-Stadt ist weniger eine Stadt, die man Sehenswürdigkeit für Sehenswürdigkeit abklappert – vielmehr ist die Energie der Stadt selbst die Attraktion. Ströme von Mopeds, Garküchen am Straßenrand, Kolonialvillen aus der französischen Zeit neben Wolkenkratzern. Dazu kommen mit dem Mekong und den Cu-Chi-Tunneln zwei sehr unterschiedliche Tagesausflüge – und schon sind vier Tage angenehm dicht gefüllt.
Das Fazit vorweg — der 4-Tage-Rhythmus (Rückflug nachts)
- Tag 1 = auch bei später Ankunft bleibt der Abend nutzbar: Ab Frankfurt fliegt Vietnam Airlines direkt (rund 11–12 Std.); den Ankunftstag beschließt am Abend die Dinner-Cruise auf dem Saigon-Fluss
- Tag 2 = Innenstadt: Kolonialbauten und Märkte rund um die Dong-Khoi-Straße, am Abend als Klassiker das Wasserpuppentheater
- Tag 3 = Mekong: mit einer Tour nach My Tho ins „Südostasien des Wassers” (englischsprachige Gruppentouren ab ca. 12–19 €); wer die Nachmittags-/Abendvariante wählt, sieht noch die Glühwürmchen
- Tag 4 = Cu-Chi-Tunnel am Vormittag: durch die unterirdische Festung, zum Abschluss eine Massage und dann der Nachtflug gegen 23 Uhr – im Flieger übernachten und am nächsten Morgen zurück in Frankfurt
Deutsche Staatsangehörige brauchen für Aufenthalte bis 45 Tage kein Visum (visumfreie Einreise nach Beschluss Nr. 44/NQ-CP, gültig bis 14.03.2028; Reisepass mindestens 6 Monate gültig, Weiter-/Rückflugticket vorausgesetzt – Stand Juli 2026). In der Stadt fährt man am besten ausschließlich mit der Ride-Hailing-App Grab; die einzige Vorbereitung ist, die SMS-Verifizierung schon vor der Abreise zu Hause zu erledigen.
Tag 2: Innenstadt — Kolonialvillen und der Moped-Strom

Der Kern der Stadtbesichtigung liegt im 1. Bezirk, fußläufig rund um die Dong-Khoi-Straße. Ausgangspunkt sind das Volkskomitee-Gebäude (das frühere Rathaus, Besichtigung nur von außen) als Paradebeispiel der Kolonialarchitektur und der Platz der davor verlaufenden Nguyen-Hue-Straße. Von hier lassen sich die Kathedrale Notre-Dame, das Zentrale Postamt und der Ben-Thanh-Markt ganz nach Lust und Laune zu einem Halbtagsprogramm verbinden. Beim Laufen wird schnell klar: Den ampellosen Strom aus Mopeds zu überqueren, ist die Überlebenstechnik dieser Stadt – wer gleichmäßig und langsam weitergeht, um den herum weichen die Mopeds aus. Stehenbleiben ist gefährlicher – das ist die erste Lektion, die man vor Ort lernt. Wer müde ist, taucht in die Kaffeekultur ein: Kondensmilch-Kaffee, der mit aufgeschlagenem Eigelb zubereitete Egg Coffee und Läden mit Craft-Schokolade aus vietnamesischem Kakao sind die Ruhepunkte rund um Dong Khoi. Am Abend schließt sich als Klassiker das traditionelle Wasserpuppentheater an (Vorstellungen nur an bestimmten Tagen und Zeiten – vorab prüfen).
Tag 3: Mekong — die „Wassergassen” im Ruderboot und die Glühwürmchen am Abend

Klassiker ist eine Tagestour zum Tor des Mekong-Deltas, der Stadt My Tho, rund zwei Autostunden entfernt (englischsprachige Gruppentouren ca. 12–19 €, geführte Privattouren ab ca. 43 €, Stand Juli 2026). Mit einem großen Holzboot geht es über den braunen Strom, auf den Inseln in der Flussmitte besucht man Werkstätten für Kokosbonbons und Obstgärten, und der Höhepunkt ist die Fahrt im Ruderboot durch die Kanäle unter Nipapalmen. Diese „Wassergassen”, über die sich von beiden Ufern die Palmen legen, sind so still, dass man kaum glaubt, im selben Land wie der Moped-Lärm zu sein. Meist ist das Mittagessen mit dem typischen Elefantenohrfisch inbegriffen – der frittierte Fisch wird gemeinsam in Reispapier gewickelt gegessen. Wir haben eine Tour mit Mittagsstart und Glühwürmchen-Beobachtung gewählt: Nach Sonnenuntergang blinken die Glühwürmchen in den Bäumen am Ufer wie die Lichterkette eines Weihnachtsbaums. Wer Zeit hat, dem sei die „Nachmittags-bis-Abend”-Variante empfohlen.
Tag 4: Cu-Chi-Tunnel — hinab in die Erde, dann mit dem Nachtflug zurück

Die Cu-Chi-Tunnel, 1,5 bis 2 Stunden nordwestlich der Stadt, sind ein rund 250 km langes unterirdisches Tunnelnetz, das die Guerilla im Vietnamkrieg angelegt hat. Ausgemusterte Panzerwracks im Original, Fallgruben und Sprengfallen als Exponate, Dioramen von nachgebauten Feldlazaretten und Küchen – und ein Abschnitt, in dem man selbst in die Tunnel hinabsteigt. Schon nach ein paar Dutzend Metern durch die so enge Dunkelheit, dass die Schultern anstoßen, spürt man körperlich das Gewicht der Jahre, in denen hier Krieg herrschte. Halbtagestouren gibt es ab etwa 19 €, geführte Privattouren um die 75 € (Eintritt meist inklusive, Stand Juli 2026). Weil der Ort historisch schwer wiegt, lohnt sich ein Besuch mit erklärender Führung hier besonders. Bei einer Vormittagstour ist man am frühen Nachmittag zurück in der Stadt – die Reisemüdigkeit bei einer Massage lösen und dann zum Nachtflug: So schließt sich der letzte Tag nach unserer Erfahrung am stimmigsten ab.
Der erste Abend: Dinner-Cruise auf dem Saigon-Fluss

Der Ankunftsabend gehört einer Dinner-Cruise auf dem Saigon-Fluss. Bei Abendessen und Live-Musik geht es den Fluss hinauf und wieder zurück – ein Klassiker des Nachtlebens, bei dem der gegenüber leuchtende Landmark 81 (das höchste Gebäude Vietnams) und die Lichter des 1. Bezirks im Flusswind vorbeiziehen. Die gerade erst erreichte Stadt „zuerst vom Fluss aus zu überblicken” taugt zugleich hervorragend als Vorschau auf die Stadtbummel der nächsten Tage. Zurück im 1. Bezirk reihen sich Rooftop-Bars, und den Abschluss bilden Phở oder Bánh mì von der Straße – gerade diese Spannweite, in der das Licht der Hochhäuser und die Straßenküche nebeneinander bestehen, macht meiner Meinung nach den Kern des Reizes von Ho-Chi-Minh-Stadt aus.
Praktische Infos für die Reise nach Ho-Chi-Minh-Stadt
- Einreise — bis 45 Tage visumfrei (Reisepass mind. 6 Monate gültig, Weiter-/Rückflugticket). Seit April 2026 läuft am Flughafen Tan Son Nhat ein Testbetrieb für eine elektronische Einreisevoranmeldung (derzeit freiwillig und kostenlos); vor der Reise den aktuellen Stand auf der Website der Botschaft prüfen
- Fortbewegung — am besten ausschließlich Grab. Vom Flughafen in den 1. Bezirk rund 100.000–200.000 VND plus 10.000–20.000 VND Flughafengebühr. Am sichersten mit hinterlegter Karte zahlen. Wer am Straßenrand ein Taxi nimmt, nur seriöse Anbieter (z. B. VINASUN)
- Geld — Währung ist der Dong (VND). Wegen der vielen Nullen als grobe Orientierung: 100.000 VND sind rund 3,50 € (Stand Juli 2026) – den Tageskurs vor der Reise kurz prüfen
- Beste Reisezeit — die Trockenzeit von Dezember bis April. In unserem Februar war es täglich sonnig, tagsüber über 30 °C, morgens und abends angenehm
- Sicherheit — gegen Handtaschenraub das Smartphone nicht zur Fahrbahnseite hin halten. An Kreuzungen mit viel Moped-Verkehr besonders aufpassen
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