Blue domed church in Oia, Santorini

Santorin-Reisetipps: Oia, Fira & Caldera

PHOTO: TRAVELERS ROUTE

Nicht der Kreuzfahrt-Stopp, sondern zwei, drei Nächte in Oia: blaue Kuppeln, die Amoudi-Bucht und eine Mietwagen-Runde zu Pyrgos, Akrotiri und den Weingütern.

Travelers Route  /  Artikel

14 Min. Lesezeit

Recherche vor OrtJuli 2022 · 4 Tage vor Ort (3 Nächte Oia + 1 Nacht Fira, Mietwagen-Rundfahrt, Sonnenuntergangs-Cruise)

Preise und Regeln zuletzt geprüftJuli 2026

Fotos von Santorin gibt es weltweit im Überfluss, doch wer wirklich dort steht, merkt: Diese Insel ist kein „Ort zum Fotografieren“, sondern ein Ort, an dem man verweilt, als würde man auf der Klippe wohnen. Kurz gesagt: In den paar Stunden eines Kreuzfahrt-Stopps erreicht man ihren Kern nicht. Zwei bis drei Nächte in Oia und ein Tag mit dem Mietwagen rund um die Insel verändern den Blick auf Santorin. Wir zeigen, wie man die Insel erkundet.

Der Aufbau der Insel – die Orte liegen „am Rand der Caldera“

Santorin ist der Kraterrand einer gewaltigen Vulkanexplosion (Caldera). Die Innenseite der sichelförmigen Insel fällt mehrere Hundert Meter steil ab, und an dieser Kante kleben die weißen Orte. Zwei Orte sind zentral: Oia am Nordzipfel, berühmt für den Sonnenuntergang, und Fira im Zentrum, der Verkehrsknotenpunkt. Der Blick zur Caldera ist an beiden Orten außergewöhnlich, doch ihr Charakter ist verschieden. Oia ist ruhig und gehoben, Fira lebhaft und praktisch. Die Dichte des „typischen Santorin“ aus den Fotos ist in Oia am höchsten.

Weiße Treppen von Oia über der Caldera White stairs of Oia over the caldera, Santorini
Hinter den weißen Treppen von Oia öffnet sich die Caldera. Gut zu erkennen, wie sich der Ort an der Klippenkante auftürmt – PHOTO: TRAVELERS ROUTE (aufgenommen im Juli 2022)

Oia – blaue Kuppeln und die Amoudi-Bucht am Fuß der Treppen

Oia erkundet man einfach: die Hauptstraße entlang der Caldera gehen und nur in die Gassen abbiegen. Die fotoberühmten Kirchen mit blauer Kuppel gibt es an mehreren Stellen, am schönsten in der Abendstunde, wenn das Licht die weißen Mauern golden färbt. Statt in der prallen Mittagshitze läuft man am besten vor 8 Uhr morgens durch den menschenleeren Ort und in der Stunde vor Sonnenuntergang.

Kirche mit blauer Kuppel in Oia Blue domed church in Oia, Santorini
Die blaue Kuppel im Abendlicht. Zusammen mit dem rosa Glockenturm das Wahrzeichen von Oia – PHOTO: TRAVELERS ROUTE (aufgenommen im Juli 2022)

Wer noch Kraft hat, steigt am Ende von Oia die fast 300 Stufen hinab zur Amoudi-Bucht. Am kleinen Hafen unter der Klippe reihen sich Tavernen, und wer weiter um die Felsen herumgeht, kann in einer glasklaren natürlichen Bucht schwimmen. Zu schwimmen, während man zu Steilküste und tiefblauem Meer aufblickt, ist ein Erlebnis ganz anderer Art als ein Strand – nur geht es zurück die Treppe hinauf. Am Abend in der Taverne gegrillten Fisch und griechischen Salat.

Glasklare Badebucht an der Amoudi-Bucht Clear swimming cove at Amoudi Bay, Santorini
Der Badeplatz hinter der Amoudi-Bucht. Der Kontrast aus schwarzem Lavagestein und klarem Meer – PHOTO: TRAVELERS ROUTE (aufgenommen im Juli 2022)

Mit dem Mietwagen einen Tag rund um die Insel

Der wahre Wert von Santorin liegt auch im Landesinneren, einen Schritt hinter der Caldera-Kante. Man kommt zwar auch mit dem Bus herum, doch mit einem Mietwagen (oder Quad) für nur einen Tag ist die Freiheit ungleich größer. Empfehlenswert ist ein Dreierset:

  • Dorf Pyrgos – ein Hügeldorf im Inselinneren mit wenigen Touristen. Vom Platz vor der Kirche am Ende der weißen Gassen überblickt man die Insel und die Ägäis
  • Ausgrabung von Akrotiri – das „Pompeji der Ägäis“, vor rund 3.600 Jahren von einem Ausbruch verschüttet. Man läuft direkt über die überdachte Ausgrabungsstätte (Eintritt rund 20 €, die Hauptfunde im Museum in Fira, Stand Juli 2026). Zu Rundgang und Dauer siehe den kompletten Guide zur Ausgrabung von Akrotiri
  • Weingut-Tour – berühmt sind der Weißwein aus vulkanischem Boden (Assyrtiko) und der traditionelle süße Vinsanto. Neben großen Häusern mit Verkostungsterrassen und gutem Ausblick zeichnet ein Weinmuseum in einer Höhle die Geschichte des Weinbaus der Insel mit Figuren nach
Gasse im Dorf Pyrgos mit Kirche auf dem Hügel Street of Pyrgos village, Santorini
Das Dorf Pyrgos im Inselinneren. So still, dass der Trubel an der Caldera wie vergessen scheint – PHOTO: TRAVELERS ROUTE (aufgenommen im Juli 2022)
Ausstellung in einem Weinmuseum in der Höhle Cave exhibit at a wine museum, Santorini
Ein Weinmuseum in einer Höhle. Hier lässt sich die Geschichte des Weinbaus der Vulkaninsel nachvollziehen – PHOTO: TRAVELERS ROUTE (aufgenommen im Juli 2022)

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Fira – Seilbahn oder die „rund 600 Stufen“

Fira im Zentrum der Insel ist der Ausgangspunkt des Busnetzes und für Shopping und Abendessen am besten ausgestattet. Zum Alten Hafen unterhalb der Caldera führt eine Seilbahn (rund 6 € pro Fahrt, ca. 5 Minuten), doch bei anlegenden Kreuzfahrtschiffen kommt es schon mal zu einer Stunde Wartezeit. Statt anzustehen kann man die Zickzack-Treppe (rund 600 Stufen) hinabgehen – im Sommer ist der Aufstieg allerdings ein Zermürbungskampf, und die Eselstaxis stehen aus Sicht des Tierwohls seit einiger Zeit in der Kritik, das sei hier angemerkt.

Anreise und wo man übernachtet

Auf die Insel gelangt man per Flug ab Athen (ca. 45 Minuten) oder mit der Schnellfähre über die Inseln, etwa via Mykonos; im Sommer gibt es außerdem Direktflüge ab deutschen Flughäfen. Wir sind von Mykonos mit der Schnellfähre von SeaJets (ca. 2–2,5 Stunden) herübergefahren. Die Fähren in der Ägäis verspäten sich bei Wind leicht, also am Ankunftsabend nichts Wichtiges einplanen. Erlaubt es das Budget, nimmt man eine Unterkunft auf der Caldera-Seite in Oia – der Blick morgens und abends macht den Großteil des Zimmerpreises wett. Wer sparen will, wohnt rund um Fira, günstig gelegen für Verkehr und Essen.

Praktische Infos für die Santorin-Reise

  • Beste Reisezeit – Hauptsaison ist Juni bis September. Im Juli ist es tagsüber glühend heiß, den Stadtbummel legt man klug auf morgens und abends. Im Mai und Oktober sind weniger Menschen da und die Preise ruhiger
  • Platz für den Sonnenuntergang – für Oias Sonnenuntergang ist die Gegend um die Burgruine der Klassiker, aber extrem voll. Angenehmer ist es, eine etwas abseits gelegene Bar oder ein Restaurant entlang der Caldera zu reservieren
  • Fotokultur – auf der Insel gibt es viele Fotografen; auch wir haben während des Aufenthalts Hochzeitsfotos machen lassen. Früh am Morgen (zwischen 8 und 9 Uhr) fotografiert man im menschenleeren Ort. Dass jemand im Kleid durch die Gassen läuft, überrascht auf dieser Insel niemanden
  • Preise – Restaurants mit Caldera-Blick sind teurer als in europäischen Großstädten. Die Tavernen in den Dörfern im Inselinneren und an der Amoudi-Bucht sind moderat
  • Wasser – Leitungswasser eignet sich nicht zum Trinken. Immer Wasser in Flaschen dabeihaben

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