Griechenlands Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf Festland und Inseln – schaut man aber nur auf zwei Inseln der Ägäis, ergeben weiße Dörfer, Caldera-Blicke und eine 3.600 Jahre alte Stadt ein zusammenhängendes Stück. Mykonos und Santorin liegen rund 2–2,5 Stunden mit der Schnellfähre auseinander, und in der Reihenfolge erst die lebhafte Insel, zum Schluss der große Blick entsteht daraus eine Reise von sieben bis neun Tagen.
Dieser Artikel behandelt elf Ziele auf diesen beiden Inseln, aufgeteilt in sechs auf Santorin und fünf auf Mykonos – mit Preisen, Zeitbedarf und dem jeweils nächsten Schritt (die Akropolis in Athen ist nicht dabei). Preise und Regeln, Stand Juli 2026.
Zuerst die Geografie – Mykonos im Norden, Santorin im Süden
Beide Inseln gehören zu den Kykladen, Mykonos liegt im Norden, Santorin im Süden. Von Athen einfliegen, mit der Schnellfähre wechseln, am Ende ausfliegen ist die goldene Route. Nehmen Sie die Inseln in der Reihenfolge „erst die lebhafte, zum Schluss der große Blick” – den Sonnenuntergang von Oia ans Ende der Reise zu legen, maximiert das, was Sie mitnehmen.
Sechs auf Santorin – der Kalderarand und die Ausgrabung im Süden
Santorin ist eine Insel, deren Orte sich am Rand einer eingestürzten Caldera auftürmen. Oia liegt an der Nordspitze, Fira in der Mitte, beide auf der Calderaseite, und nur die Ausgrabung von Akrotiri liegt am entgegengesetzten Südende. Wenn diese Anordnung sitzt, wird die Tagesplanung mit einem Schlag leichter.
Oia – blaue Kuppeln und ein menschenleerer Ort vor 8 Uhr
Das Gehen ist einfach: der Hauptstraße am Kalderarand folgen und in die Gassen abbiegen. Blaue Kuppeln vor einem rosa Glockenturm sind das Zeichen dieses Ortes. ⚠Zum Gehen taugen die Stunden vor 8 Uhr, wenn der Ort leer ist, und die Stunde vor Sonnenuntergang – nicht die brutale Mittagshelligkeit. In dieser letzten Stunde färbt sich der ganze Ort golden, und die Sonne sinkt in die Caldera. Für eines dieser beiden Fenster hier zu sein, ist das Vorrecht derer, die über Nacht bleiben.

Bucht von Ammoudi – schwarzer Fels unter knapp 300 Stufen
Wenn die Beine mitmachen, gehen Sie die knapp 300 Stufen vom Rand Oias hinunter zur Bucht von Ammoudi. Der Kontrast aus schwarzem Lavafels und klarem Wasser ist etwas völlig anderes als die Postkarte, auf die man von der Klippe hinabsah. ⚠Der Abstieg ist leicht, der Rückweg hinauf ein Zermürbungskampf – im Hochsommer also erst nach Sonnenuntergang oder an einem Tag mit Luft im Plan.
Fira – Knotenpunkt der Busse und praktischster Ort der Insel
Der Ort in der Mitte der Caldera. Er ist der Knotenpunkt des Busnetzes, also erreicht man alles direkt, und er ist für Shopping und Abendessen am besten ausgestattet. Ist Oia der Ort zum Schauen, ist Fira der Ort zum Bewegen. Von Oia nach Fira sind es knapp 30 Minuten, wer also die Insel abfahren will, hat gute Gründe, hier zu wohnen (Wo auf Santorin übernachten).
Seilbahn und 600 Stufen – zwei Wege zum Alten Hafen
Zwischen Fira und dem Alten Hafen unterhalb der Caldera führt eine Seilbahn (rund 6 € pro Fahrt, ca. 5 Minuten). ⚠Bei anlegenden Kreuzfahrtschiffen kommt es schon mal zu einer Stunde Wartezeit. Statt anzustehen, kann man die Zickzack-Treppe (rund 600 Stufen) hinabgehen – im Sommer ist der Aufstieg allerdings ein Zermürbungskampf. Anzumerken ist: die Eselstaxis stehen aus Sicht des Tierwohls seit einiger Zeit in der Kritik.
Akrotiri – eine Stadt unter einem Dach, 1.500 Jahre älter als Pompeji
Am Südzipfel der Insel ist unter einem Dach eine Stadt bewahrt, die vor rund 3.600 Jahren von einem Ausbruch komplett verschüttet wurde. Sie ist über 1.500 Jahre älter als das vom Vesuv begrabene Pompeji, und man läuft an dreistöckigen Gebäuden und einer Entwässerung aus vorchristlicher Zeit vorbei (Eintritt rund 20 €, Dauer etwa eine Stunde).
⚠Der versteckte Wert dieser Stätte ist ihr Dach. Der Hochsommer auf Santorin ist von brutaler Helligkeit, und weder Oia noch Fira haben nennenswerten Schatten. Legen Sie also die Stunde von 11:30 bis 12:30 hierher – die denkbar schlechteste Zeit, um draußen zu sein. Auf dieser Insel ist „eine Sehenswürdigkeit, die die kühlen Stunden nicht braucht” strategisches Material (Ausgrabung von Akrotiri).

Prähistorisches Museum – die Fresken sind hier, nicht in der Ausgrabung
⚠Wer das nicht weiß, verpasst es garantiert. Das Frühlingsfresko, die blauen Affen, der Zug der Schiffe – die Fresken, die den ästhetischen Sinn der minoischen Kultur überliefern, sind nicht in der Ausgrabung, sondern im Prähistorischen Museum in Fira ausgestellt (Eintritt rund 10 €). Behandeln Sie Ausgrabung und Museum als zwei Hälften eines Erlebnisses: dort das Gerüst der Gebäude, hier die Malerei.
Fünf auf Mykonos – ein weißes Labyrinth, der Wind und eine heilige Insel
Sie wird gern als Partyinsel eingeführt, aber wer sie abläuft, korrigiert den Eindruck. Die Ziele fallen in zwei Zonen – die weiße Stadt Chora (Mykonos-Stadt) und die Reihe der Strände an der Südküste – und zwei Nächte mit einem Mietwagen ergeben das Skelett der Insel.
Die Windmühlen von Kato Mili – vor Ort versteht man das Warum
Auf einer ins Meer vorspringenden Kuppe am Südende von Mykonos-Stadt stehen die Windmühlen, die einst Weizen mahlten, das Wahrzeichen der Insel. Sie geben die Postkarte – aber vor Ort versteht man erst, warum hier Windmühlen: über die sommerliche Ägäis fegt ein starker Nordwind namens Meltemi, und selbst im Juli bricht sich das Meer zu Füßen weiß. Die Mühlen waren keine Zier, sondern Maschinen für diesen Wind.

Klein-Venedig – die guten Plätze gehen eine Stunde vor Sonnenuntergang
Direkt nördlich der Windmühlen, dort, wo die Häuser bis an die Wasserlinie vortreten. Ein Überbleibsel von Kaufmannshäusern des 18. Jahrhunderts, heute eine Reihe von Bars zum Meer hin – ein Ort, gebaut für ein Glas, während die Sonne vor einem ins Meer sinkt. ⚠Die guten Plätze gehen ab einer Stunde vor Sonnenuntergang weg. Erfrischend simpel: die vollste Stunde ist auch die schönste.
Mykonos-Stadt – ein weißes Labyrinth, in dem man sich verlaufen soll
Die Altstadt aus verwinkelten weißen Gassen läuft man am besten ganz ohne Ziel. Das Labyrinth soll eng gebaut worden sein, um Piraten zu verwirren; heute ist genau das das Vergnügen. Windmühlen und Klein-Venedig liegen am Südende der Stadt, wer sich also nach Süden treiben lässt, kommt ohnehin zur Sonnenuntergangszeit heraus.
Ano Mera – das andere Mykonos, 15 Minuten im Inselinneren
Im Inselinneren, rund 15 Autominuten von Mykonos-Stadt. Tavernenterrassen umschließen den Platz, und die Zeit läuft anders als in der Stadt. Hier sieht man, dass eine Ferieninsel auch eine bewohnte Seite hat, und es ist die Art Ziel, zu der einen erst ein Mietwagen bringt. Die Inselpreise liegen über denen des Festlands, und Orte im Inselinneren sind freundlicher (Mykonos Reisetipps).
Delos – Tagesausflug zu einer Insel, die ganz aus Ruinen besteht
Von Mykonos-Stadt rund 30 Minuten mit dem Boot, etwa 25 € hin und zurück plus Eintritt. Die ganze Welterbe-Insel ist eine Ausgrabungsstätte, mit den Resten des Apollontempels und der Löwenreihe. Ist Mykonos die Insel aus Weiß und Meer, ist Delos die Insel aus Stein und Geschichte – beides an einem Tag zu sehen, gibt den Kykladen eine Dimension dazu.
Nach Tagen – wie weit diese elf Ziele reichen
- 2 Nächte – nur Mykonos: eine Insel aus Stadt und Stränden, zwei Nächte geben Ihnen ihr Skelett. Windmühlen, Klein-Venedig und das weiße Labyrinth, dazu Ano Mera und die Strände mit dem Mietwagen
- 5–6 Nächte – beide Inseln: zwei Nächte auf Mykonos, drei bis vier auf Santorin ist unser Ergebnis aus der Praxis. Santorin ist eine Insel, auf der man am Kalderarand ein paar Tage lang wohnt, mit Sonnenuntergängen, Ausgrabung, Weingütern und Inselrunden im Repertoire (Inselhopping in der Ägäis)
- 7–9 Tage – Anreise über Athen, Rückflug von der Insel: Athen → Mykonos → Santorin → Rückflug ist die goldene Route. Man kann sich den Rückweg nach Athen auch sparen und direkt ins nächste Land weiterziehen (Griechenland-Italien-Route)
Drei Dinge, die vor der Abreise feststehen sollten
- Die Reihenfolge der Inseln — erst die lebhafte, zum Schluss der große Blick. Den Sonnenuntergang von Oia ans Ende zu legen, maximiert das Mitgenommene; umgekehrt fällt die zweite Hälfte ab
- Bei der Fähre Papier und Verspätung einplanen — die Überfahrt dauert rund 2–2,5 Stunden mit der Schnellfähre, Tickets sind im Kern Papier und der Online-Check-in öffnet 48 Stunden vor Abfahrt, und man sollte 30–45 Minuten vorher am Hafen sein. ⚠Die Fähren in der Ägäis verspäten sich bei Wind leicht – legen Sie also nie eine lange Überfahrt auf den Tag vor dem Rückflug
- Orte den Tageszeiten zuordnen — Orte am Morgen und am Abend, Ausgrabungen mittags. Oia vor 8 Uhr und in der Stunde vor Sonnenuntergang; Akrotiri, das ein Dach hat, in die pralle Sonne. Allein diese Zuordnung macht aus einem Hochsommertag einen anderen Tag
Preise und Fahrpläne ändern sich. Fährzeiten und Öffnungszeiten der Ausgrabung kurz vor dem Besuch offiziell prüfen. Das ganze Land im Überblick steht im Griechenland-Reiseführer.



