Für Griechenland gibt das Auswärtige Amt weder eine Reisewarnung noch eine Teilreisewarnung aus. Das Risiko, das Reisende tatsächlich betrifft, ist unspektakulär: Taschendiebstahl – in der Saison, in den großen Städten, dort, wo alle unterwegs sind.
Dieser Artikel stützt sich auf zwei öffentliche Quellen: die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zu Griechenland (Stand 3. Oktober 2026) und die Präventionshinweise, die die griechische Polizei (ΕΛ.ΑΣ.) jeden Sommer veröffentlicht. Er ordnet die genannten Orte, den heikelsten Moment der Reise und die Reihenfolge, falls es doch passiert.

Die Lage in Griechenland – keine Warnung, aber viele Taschendiebstähle
Eine Reisewarnung oder Teilreisewarnung besteht nicht; keine Region wird als zu meiden eingestuft. Die Hinweise des Auswärtigen Amts sind dennoch an einer Stelle deutlich: Die Anzahl von Taschendiebstählen ist hoch, und Autoaufbrüche und Trickdiebstähle gegenüber Autotouristen kommen vor.
Was einem dabei die Reise verdirbt, ist selten das Geld. Es sind die Dokumente: Ohne Ausweis wird aus dem Rückflug ein Behördengang. Deshalb steht in derselben Empfehlung gleich daneben, elektronische Kopien oder Fotos der Dokumente zu speichern – das erleichtere im Falle von Diebstahl oder Verlust die Ausstellung eines Ersatzdokuments.
Wo es passiert – drei Städte, eine Saison und der Weg zum Flughafen
Das Auswärtige Amt belässt es nicht bei „Touristenorten“. Es nennt Städte, Zeitraum und Verkehrswege – und das ist der nützlichste Teil der Hinweise.
- Athen, Thessaloniki und Piräus – die drei Großstädte, in denen die Zahl der Taschendiebstähle ausdrücklich als hoch bezeichnet wird.
- Die Reisesaison von April bis November – also fast jede Reise, die man nach Griechenland plant.
- Belebte Plätze und öffentliche Verkehrsmittel, besonders die Metro.
- Die Metro- und Buslinien vom und zum Flughafen – eigens hervorgehoben.
- Die Metro- und Busstationen in den Innenstädten.
Zwei Dinge fallen an dieser Liste auf. Erstens nennt sie keine Insel. Zweitens steht Piräus darauf – und Piräus ist der Hafen, von dem die Fähren zu den Kykladen ablegen. Wer Inselhopping plant, kommt dort mit allem Gepäck und mit der Abfahrtszeit im Kopf an. Der Tag der Überfahrt gehört deshalb zu den Tagen, an denen man auf die eigenen Sachen achten sollte, nicht zu denen, an denen man es vergisst.

Die Ankunft – der Weg zwischen Flughafen und Innenstadt
Wenn man sich vor der Abreise nur eine Zeile der Hinweise merkt, dann diese: Die Linien vom und zum Flughafen werden gesondert genannt.
Der Zeitpunkt ist folgerichtig. Man kommt mit allen Dokumenten am Körper an, der Koffer belegt beide Hände, das Handy ist zum Prüfen der Adresse gezückt, und die Strecke fährt man zum ersten Mal. Es ist der einzige Moment der Reise, in dem man gleichzeitig alles bei sich trägt, was man nicht verlieren will, und am wenigsten Aufmerksamkeit dafür übrig hat.
- Legen Sie den Weg vor der Landung fest: Linie, Endstation, Ausstieg. Wer weiß, wo er aussteigt, schaut viel seltener aufs Handy.
- Ausweis und Geld nicht in dieselbe Tasche. Das Auswärtige Amt empfiehlt, Geld, Ausweise, Führerschein und andere wichtige Dokumente sicher aufzubewahren.
- Nur das für den Tag benötigte Bargeld mitnehmen und bargeldlos zahlen, wo es geht – auch das steht so in den Hinweisen. In Griechenland sind Kartenzahlung und Geldautomaten weit verbreitet.
- Der Rucksack kommt in der Bahn nach vorn. Das ist keine Übervorsicht: Es ist die einzige Stelle der Fahrt, an der Sie Ihren eigenen Rücken nicht sehen.

Was die griechische Polizei rät – Tisch, Zimmer, Geldautomat
Die griechische Polizei veröffentlicht jeden Sommer einen Präventionsaufruf. Darin stehen keine spektakulären Maschen, sondern alltägliche Handgriffe.
- Auf dem Tisch liegt nichts. In Bars, Cafés, Restaurants und bei Veranstaltungen im Freien bleiben Geldbörse, Brille, Handy, Kamera und Schlüssel nicht auf dem Tisch oder dem Stuhl daneben liegen.
- Am Strand bleibt nichts unbeaufsichtigt – auch nicht für ein paar Minuten.
- Das Zimmer wird abgeschlossen, auch wenn man nur kurz weg ist – im Hotel wie in der Ferienwohnung.
- Am Geldautomaten diskret bleiben, und keine größeren Summen in öffentlichen Verkehrsmitteln bei sich tragen.
- Der Mietwagen: nachts in einer beleuchteten Straße parken, nie an einem abgelegenen Ort, abschließen, Fenster zu und nichts Sichtbares im Wagen lassen. Das Auswärtige Amt rät zusätzlich zu bewachten Parkplätzen.
Keiner dieser Hinweise ist typisch griechisch. Typisch ist die Saison: Es ist ein Sommeraufruf, veröffentlicht, weil dann die Fahrten an die Küste und zu den Urlaubsorten zunehmen – dieselben Monate, die auch das Auswärtige Amt nennt.
Was kein Diebstahl ist – Feuer, Hitze, Quad und Herbststurm
Diebstahl ist das wahrscheinlichste Risiko, aber nicht das schwerste. Vier Punkte der Hinweise gehören in eine andere Kategorie – und zwei davon lassen sich vor der Abreise erledigen.
- Waldbrände. Die Waldbrandgefahr wird als sehr hoch beschrieben; Brände können sich bei wechselndem Wind schnell ausbreiten und kurzfristig Straßen sperren, auch in Tourismusgebieten. Aktivieren Sie auf dem Handy die Notfallbenachrichtigungen (Cell Broadcast Alerts) – über sie kommen auch Evakuierungen, auf Griechisch und Englisch.
- Hitze. Im Sommer gibt es häufig Hitzewellen mit über 40 Grad. Bei Wanderungen gehören Wasser in großen Mengen, Sonnenschutz und eine geladene Powerbank dazu, dazu nur gut ausgeschilderte Wege.
- Quad und Roller. Bei Quad-Fahrzeugen kommt es vermehrt zu schweren Unfällen mit tödlichem Ausgang. Auf Quad und Motorroller gilt immer Helmpflicht; Verstöße werden mit dem Entzug des Führerscheins geahndet.
- Herbststürme. Von August bis November kann es im Mittelmeer zu schweren Stürmen bis hin zu sogenannten Medicanes kommen, mit Überschwemmungen, Erdrutschen und Verkehrsbehinderungen. In betroffenen Gebieten kein Leitungswasser trinken.
Dazu zwei Punkte, die Reisende aus Deutschland überraschen: Verteidigungssprays sind in Griechenland verboten – auch solche, die in Deutschland frei verkäuflich sind –, ebenso Waffen jeder Art, ausdrücklich auch große Messer. Und Flughäfen und Häfen dürfen nicht fotografiert werden; Verstöße werden auch bei EU-Bürgern strafrechtlich verfolgt.
Häufige Fragen
Ist Griechenland sicher?
Aus deutscher Sicht ja: Es besteht keine Reisewarnung. Die nützliche Frage ist deshalb nicht „Ist es gefährlich?“, sondern „Wie werde ich nicht bestohlen?“ – und die Antwort besteht aus Handgriffen, nicht aus verbotenen Vierteln.
Sind Santorin und Mykonos ruhiger als Athen?
Das Auswärtige Amt nennt keine Insel – schließt sie aber auch nicht aus: „Belebte Plätze“ gibt es in einem Kykladendorf zur Stunde des Sonnenuntergangs genauso. Der Sommeraufruf der griechischen Polizei nennt zudem ausdrücklich Strände, Restaurants und Veranstaltungen im Freien. Kurz: weniger Gedränge als in der Athener Metro, aber dieselben Handgriffe.
Kann ich mit einem Rucksack unterwegs sein?
Ja, wenn er in Bahn, Bus und Gedränge nach vorn kommt. Die Hinweise der griechischen Polizei laufen auf ein Prinzip hinaus: Was Wert hat, bleibt in Sicht – am Tisch, am Strand, im Auto.
Was ist mit Demonstrationen und Streiks?
Proteste und Demonstrationen gibt es immer wieder; vereinzelte gewaltsame Auseinandersetzungen und Verkehrsbehinderungen sind nicht ausgeschlossen. Das Auswärtige Amt rät, Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig zu meiden. Streiks treffen Reisende eher als Planungsrisiko: Mit Behinderungen im Nah- und Fernverkehr – in der Luft, auf See und an Land – muss gerechnet werden. Legen Sie die lange Überfahrt deshalb nie auf den Tag vor dem Rückflug.
Wenn es passiert – die Reihenfolge vorher festlegen
Nummern erst nach dem Diebstahl zu suchen kostet Zeit. Legen Sie die Reihenfolge vor der Abreise fest.
- 1) Polizei: 100. Die griechische Polizei bittet, Diebstähle sofort zu melden. In einer Notlage wählen Sie die europäische Notrufnummer 112 – wie in Deutschland.
- 2) Karten sperren: über den Sperr-Notruf +49 116 116 oder direkt bei Ihrer Bank. Nicht jede Bank ist dem Sperr-Notruf angeschlossen – prüfen Sie das vor der Abreise und notieren Sie die Nummer, nicht auf der Karte selbst.
- 3) Ausweis weg: Anzeige bei der Polizei, dann zur deutschen Vertretung. Für Griechenland genügt der Personalausweis – aber nach Hause fliegen Sie nur mit einem gültigen Reisepass oder Personalausweis oder einem Passersatzdokument, das die deutschen Vertretungen in Griechenland ausstellen. Die gespeicherten Kopien beschleunigen genau diesen Schritt.
- 4) Die polizeiliche Bescheinigung aufheben: Versicherungen verlangen sie in der Regel. Ob Reisegepäck überhaupt mitversichert ist, klären Sie besser vorher (Reiseversicherung: was Sie wirklich brauchen).
Weiterlesen – die Griechenlandreise zusammenbauen
- Die Gesamtplanung → Inselhopping in der Ägäis
- Die Ziele in einer Liste → Griechenland: 11 Sehenswürdigkeiten
- Die Insel selbst → Santorin
- Wo auf der Insel übernachten → Wo auf Santorin übernachten
- Das Land im Überblick → Griechenland-Reiseführer
Die Lage kann sich ändern. Prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zu Griechenland und tragen Sie Ihre Reise in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND ein; so erreichen Sie aktuelle Warnhinweise, und im Ernstfall lässt sich die Unterstützung durch die Botschaft leichter organisieren (Quellen dieses Artikels geprüft am 3. Oktober 2026).



