Recherche vor OrtJuli 2022 · 2 Nächte (Mietwagen-Rundfahrt, Mykonos-Stadt, Ano Mera, Strandhopping)
Preise und Regeln zuletzt geprüftJuli 2026
Mykonos wird oft als „Partyinsel“ vorgestellt, doch wer wirklich hier läuft, gewinnt einen anderen Eindruck. Der Kern der Insel besteht aus einer weißen Labyrinthstadt auf einem windigen Hügel und der Südküste, an der sich Strände mit ganz unterschiedlichem Charakter reihen. Kurz gesagt: Empfehlenswert sind zwei Nächte und eine Runde mit dem Mietwagen. Wir zeigen, wie man die Insel erkundet.
Der Aufbau der Insel – die weiße Stadt Chora und die Strände der Südküste
Die Sehenswürdigkeiten von Mykonos teilen sich grob in zwei Zonen. An der Westküste liegt Mykonos-Stadt (Chora) – eine labyrinthische Stadt aus dicht gedrängten weißen Häusern, in der sich auch die Windmühlen und Klein-Venedig ballen. Und an der Südküste die Reihe der Strände – von Platis Gialos bis Super Paradise reihen sich alle paar Kilometer Buchten mit unterschiedlicher Atmosphäre. Flughafen und Fährhafen (Neuer Hafen) liegen außerhalb der Stadt, und es fahren zwar Busse, doch wer zwei, drei Strände abklappern will, ist mit Mietwagen oder Quad ungleich freier.
Die Windmühlen von Kato Mili – Wahrzeichen der Insel und die erste Begegnung mit dem Meltemi

Am Südzipfel von Mykonos-Stadt, auf einem ins Meer ragenden Hügel, stehen die Windmühlen von Kato Mili, das Wahrzeichen der Insel. Wie die einst zum Mahlen von Weizen genutzten Mühlen mit dem Meer im Rücken aufgereiht stehen, gibt ein schönes Bild ab; doch vor Ort versteht man erst, „warum hier Windmühlen“ – über die sommerliche Ägäis fegt ein starker Nordwind namens Meltemi, und selbst im Juli bricht sich das Meer zu Füßen weiß. Man sollte damit rechnen, dass einem der Hut davonfliegt. Auf der Anhöhe der gegenüberliegenden Stadtseite stehen zudem die Mühlen von Boni und Ano Mili – ein Geheimtipp mit wenigen Touristen und schönem Blick über die Stadt.
Mykonos-Stadt – das weiße Labyrinth, durch das man läuft, um sich zu verlieren
Die Gassen von Mykonos-Stadt wurden, so heißt es, absichtlich labyrinthisch angelegt, um das Eindringen von Piraten zu erschweren. Die Karten-App hilft kaum – und das ist gut so: In den Gassen mit weißen Mauern, roten, blauen und grünen Türen und Bougainvillea steigt die Trefferquote, je mehr man sich verläuft. In der Hauptgasse, der Matogianni-Straße, drängen sich Cafés, Boutiquen und Restaurants; ab dem Abend herrscht hier der größte Andrang der Insel. Die Paraportiani-Kirche, deren weiße Rundungen wie eine Skulptur wirken, ist mit ihren fünf zu einem Bau verschmolzenen Kapellen die markanteste Kirchenarchitektur der Insel (im Grunde eine Besichtigung von außen).
Klein-Venedig – in der Abenddämmerung Meer und Glas nebeneinander

Gleich nördlich der Windmühlen liegt Klein-Venedig, ein Viertel, in dem die Häuser bis dicht an die Brandung vorspringen. Ein Überbleibsel der aneinandergereihten Kaufmannshäuser des 18. Jahrhunderts, heute eine Reihe von Bars und Restaurants zum Meer hin. Die Hauptrolle spielt hier die Abenddämmerung – der Ort ist dafür da, mit Blick frontal auf die ins Meer sinkende Sonne ein Glas zu trinken, und schon eine Stunde vor Sonnenuntergang sind die guten Plätze belegt. Da man von Mykonos-Stadt direkt zu Fuß hingelangt, ist die übliche Abfolge: tagsüber Stadtbummel → Windmühlen → Sonnenuntergang in Klein-Venedig.
Ano Mera – das „andere Mykonos“ hinter dem Trubel

Im Inselinneren, rund 15 Autominuten von Mykonos-Stadt, liegt Ano Mera, das andere Gesicht der Ferieninsel. Um das Kloster Panagia Tourliani mit seinem Glockenturm aus Marmor gruppiert sich ein kleines Dorf, dessen Platz von Tavernen gesäumt ist. Die Preise sind moderater als in den Lokalen am Meer, und man mischt sich unter die Mittagsszene der Einheimischen. Am besten baut man es als Mittagsstopp mitten ins Strandhopping ein.
Strandhopping – die Südküste nach Osten abklappern

Bei den Stränden der Südküste geht es nicht um „einen davon“, sondern um das Vergnügen, die Unterschiede im Charakter abzuwandern. Nach unserem Eindruck vor Ort:
- Platis Gialos – gut ausgestattet, familienfreundlich, ein Klassiker. Sonnenschirme und Liegen stehen ordentlich in Reih und Glied
- Paradise / Super Paradise – Strände aus „Musik und Meer“, an denen Beachclubs den Ton angeben. Ab dem Nachmittag wird es lauter. Bei den Liegen sind die vorderen Reihen teurer
- Agrari – weniger Betrieb als am Nachbarstrand; für Tage, an denen man in Ruhe schwimmen will
An Tagen mit starkem Meltemi ist die Nordküste aufgewühlt, deshalb konzentrieren sich die Strände an der Südküste. Doch selbst dort neigen sich an windigen Tagen die Sonnenschirme, und genau das ist die Stärke von Mietwagen plus zwei Nächten: Man kann nach der Windvorhersage „Badetag“ und „Stadttag“ tauschen.
Delos – Tagesausflug zur heiligen Insel (Aufgabe für das nächste Mal)
Vor der Küste von Mykonos liegt Delos (UNESCO-Welterbe), ein Heiligtum des antiken Griechenland. Von Mykonos-Stadt sind es rund 30 Minuten mit dem Boot (hin und zurück rund 25 € plus Eintritt zur Ausgrabung); die ganze Insel mit den Überresten des Apollon-Tempels und den aufgereihten Löwenstatuen ist eine einzige Ausgrabungsstätte (Stand Juli 2026). Mit einer Morgen- und einer Nachmittagsverbindung geht es als Tagesausflug; da es auf der Insel kaum Schatten gibt, sind Wasser und Hut Pflicht. Wir haben es aus Termingründen nicht geschafft und halten es hier als Aufgabe für das nächste Mal fest.
GetYourGuide
Erlebnisse ab Mykonos und Delos-Touren buchen
Geführte Delos-Touren, Sonnenuntergangs-Cruise, Bootstouren zu den Stränden und mehr. Gerade auf einer Insel mit kurzem Aufenthalt sichert man Erlebnisse besser vorab. Vieles ist kostenlos stornierbar.
Erlebnisse auf Mykonos ansehen →Anreise und wo man übernachtet
Von Athen sind es per Flug rund 40–45 Minuten, oder mit der Fähre (ab Piräus mit dem Schnellboot ab ca. 2 Std. 40 Min., Frühbucher ab 38 €, Stand Juli 2026); im Sommer gibt es zudem Direktflüge ab deutschen Flughäfen. Wir sind mit einem internationalen Flug (mit Umstieg) direkt nach Mykonos gekommen und haben am Flughafen den Mietwagen übernommen. Am Abreisetag gibt man den Wagen am Neuen Hafen zurück und setzt mit der Schnellfähre nach Santorin über – dieses Weiterziehen von Insel zu Insel ist der Reiz einer Ägäis-Reise. Wohnt man in Gehweite von Mykonos-Stadt, kann man auch abends etwas erleben; für einen Strandaufenthalt bieten sich die Resorts an der Südküste an.
Praktische Infos für die Mykonos-Reise
- Beste Reisezeit – Juni bis September. Juli und August sind Höhepunkt von Andrang und Preisen, und der Meltemi weht dann am stärksten
- Gegen den Wind – nachts sinkt die gefühlte Temperatur auch im Sommer durch den Wind. Eine dünne Jacke einpacken
- Fortbewegung – das Zentrum von Mykonos-Stadt ist ein autofreies Labyrinth. Am Stadtrand parken und zu Fuß weiter
- Essen – bei beliebten Restaurants ist in der Hauptsaison eine Reservierung ratsam. Inselpreise, teurer als auf dem Festland; im Inland wie in Ano Mera moderat
- Wasser – Leitungswasser eignet sich nicht zum Trinken. Immer Wasser in Flaschen dabeihaben
Weiterlesen – die Reise als Ganzes planen
- Zur nächsten Insel → Santorin-Reiseguide – vier Tage am Rand der Caldera
- Die Insel-zu-Insel-Route planen → Ägäis-Inselhopping: der Praxis-Guide
- Der Überblick zur Griechenland-Reise → Griechenland-Reiseguide
- Nach Landschaften reisen → Die nächste Reise nach Panoramen und Städtebummeln wählen



