SeaJets SeaJets high-speed ferry at Mykonos old port
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Griechenland: Inselhopping in der Ägäis

PHOTO: TRAVELERS ROUTE

Nicht Inseln wählen, sondern verbinden: Athen → Mykonos → Santorin in 7–9 Tagen, dazu Fährbuchung, SeaJets-Praxis und die Verteilung der Nächte.

Travelers Route  /  Artikel

17 Min. Lesezeit

Recherche vor OrtJuli 2022 · Diese Route selbst gefahren (2 Nächte Mykonos → SeaJets-Schnellfähre → 4 Nächte Santorin → per Flug nach Italien)

Preise und Regeln zuletzt geprüftJuli 2026

Der Kern einer Ägäis-Reise ist nicht „die Insel wählen“, sondern „die Inseln verbinden“. Der Klassiker: über Athen einreisen, über Mykonos → Santorin nach Süden ziehen und am Ende per Flug zum nächsten Ziel weiter. Von der Fährbuchung bis zum Ablauf am Tag der Überfahrt schreiben wir die ganze Praxis des Inselhoppings auf.

Zuerst das Fazit – das goldene Muster des Inselhoppings

  1. Athen rein → Mykonos (2 Nächte) → Santorin (3–4 Nächte) → per Flug wieder raus ist die goldene Route für 7–9 Tage
  2. Die Reihenfolge der Inseln: „von der lebhaften Insel zum krönenden Panorama“. Legt man Oias Sonnenuntergang ans Ende der Reise, ist die Zufriedenheit am größten
  3. Zwischen den Inseln fährt eine Schnellfähre wie die von SeaJets, ca. 2–2,5 Stunden. Weil es jedoch häufig windbedingte Verspätungen gibt, am Ankunftstag abends keine wichtigen Reservierungen legen

Von Athen zur ersten Insel – Flug oder Fähre

OptionDauerRichtwertFür wen geeignet
Flug (Athen → Mykonos/Santorin)ca. 40–45 Min.mit Billigfliegern ab ca. 70 € pro StreckeZeit zählt, Sorge vor Seekrankheit
Fähre (ab Piräus)Schnellboot ab ca. 2 Std. 40 Min.Frühbucher ab 38 €wer die Überfahrt genießen will, viel Gepäck hat
Fähre (ab Rafina)am schnellsten ca. 2–4,5 Std.je nach VerbindungRafina liegt näher am Flughafen (Richtung Mykonos)

(alle Angaben Stand Juli 2026) Die Fähren fahren nach Saisonfahrplan; im Sommer gibt es viele Verbindungen, doch der Preis schwankt je nach Buchungszeitpunkt stark. Kommt der internationale Flug erst am frühen Nachmittag an, ist es sicherer, die erste Nacht in Athen zu verbringen und am nächsten Morgen zur Insel überzusetzen. Wir selbst sind mit einem internationalen Flug (mit Umstieg) direkt nach Mykonos gekommen – im Sommer nehmen die Direktflüge von europäischen Städten, auch von deutschen Flughäfen, auf die Inseln zu, sodass sich auch eine Route ohne Umweg über Athen lohnen kann.

Die Insel-Fähre in der Praxis – ein SeaJets-Erfahrungsbericht

In den alten Hafen von Mykonos einlaufende SeaJets-Schnellfähre SeaJets high-speed ferry arriving at Mykonos old port
Die Schnellfähre von SeaJets läuft in Mykonos ein. Riesig, doch das Ein- und Aussteigen geht erstaunlich schnell – PHOTO: TRAVELERS ROUTE (aufgenommen im Juli 2022)

Mykonos → Santorin dauert mit der Schnellfähre von SeaJets etwa 2–2,5 Stunden (Richtwert ab 74 €, Stand Juli 2026). Wir haben rund anderthalb Monate vorher gebucht und für zwei Personen 178 € bezahlt, Abfahrt 9:50 Uhr, Ankunft 11:45 Uhr. Hier die praktischen Punkte, die wir bei der Überfahrt gelernt haben:

  • Tickets sind im Grunde „Papier“ – der Online-Check-in ist ab 48 Stunden vor Abfahrt möglich. Man musste den Fahrschein ausdrucken oder an einem zugehörigen Schalter ausstellen lassen. Nicht davon ausgehen, dass allein der Handybildschirm reicht (die Art der Ausstellung bei der Buchung prüfen)
  • Den Hafen nicht verwechseln – Mykonos hat einen alten und einen neuen Hafen, große Fähren legen grundsätzlich am neuen Hafen an. Für den Weg von der Unterkunft zum Hafen genug Zeit einplanen
  • Ein- und Aussteigen dauert nur einen Moment – gemessen am riesigen Schiff ist die Liegezeit kurz, man geht über das Fahrzeugdeck zügig an Bord. Man sollte 30–45 Minuten vor Abfahrt am Hafen sein
  • An Bord komfortabel, doch das Gepäck wird getrennt – den Koffer gibt man am Gepäckstellplatz nahe dem Eingang ab und nimmt nur die Wertsachen mit in den Sitzbereich
  • Verspätungen sind Alltag – die Schnellfähren der Ägäis haben durch den Meltemi (den starken Nordwind im Sommer) Verspätungen und Ausfälle. Sicherer ist, am Ankunftsabend keine Dinner-Reservierung und keinen Transfer eng zu takten

Wer einen Mietwagen hat, rechnet von der Rückgabezeit rückwärts. Wir haben um 9 Uhr ausgecheckt, gegen 9:30 Uhr nahe dem neuen Hafen zurückgegeben und sind zu Fuß zum Anleger – das war genau die richtige Reserve. Auf Santorin staut sich die einzige Straße vom Hafen hinauf zur Klippe, daher läuft es reibungsloser, wenn man den Transfer der Unterkunft oder die Busfahrzeiten vorab klärt.

Wie man die Nächte verteilt

Unser Fazit aus der Praxis: 2 Nächte Mykonos, 3–4 Nächte Santorin. Mykonos ist die Insel aus Stadt und Stränden, deren Gerüst man in zwei Nächten erfasst; Santorin dagegen ist die Insel, auf der man am Rand der Caldera wohnt, statt nur vorbeizuschauen und die mit Sonnenuntergang, Ausgrabung, Weingütern und Inselrundfahrt viele Facetten bietet. Legt man den Schwerpunkt der Reise auf die zweite Hälfte, steigt die Zufriedenheit. Insgesamt rechnet man inklusive Reisetagen mit mindestens 7 Tagen, mit Reserve 9 Tagen.

Ausstiegsstrategie – nicht nach Athen zurück, sondern weiter ins „nächste Land“

Was den Abschluss des Inselhoppings ausmacht, ist die Planung des „Ausgangs“. Sowohl Santorin als auch Mykonos haben einen Flughafen, und im Sommerflugplan gibt es zahlreiche Direktflüge in die großen Städte Europas. Man muss also nicht nach Athen zurück – wir sind von Santorin per Flug nach Italien weiter und haben die zweite Reisehälfte in Venedig fortgesetzt. Von der weißen Ägäis-Insel in die Lagunenstadt: Dieser Anschluss mit dem völligen Szenenwechsel ist ein Luxus, den nur eine Europa-Rundreise bietet. Muss der Rückflug nach Hause aus organisatorischen Gründen ab Athen gehen, federt man das Risiko von Fährverspätungen ab, indem man am letzten Tag mit Reserve schon am Vorabend nach Athen zurückkehrt.

Praktische Notizen zum Inselhopping

  • Buchungszeitpunkt – Fähren und Unterkünfte im Juli und August gehen an die Schnellen. Steht der Plan, in der Reihenfolge Fähre → Unterkunft sichern
  • Koffer – die Inselorte bestehen aus Kopfsteinpflaster, Steigungen und Treppen. Wichtiger als Rollen ist, dass man das Gepäck „tragen“ kann. Weiches oder kleineres Gepäck ist leichter
  • Seekrankheit – die Schnellfähre schaukelt an windigen Tagen. Bei Bedenken Reisetabletten und lieber ein Platz in der Mitte als vorn
  • Bargeld – Kartenzahlung ist fast überall möglich, für kleine Tavernen und Kioske aber etwas Bargeld dabeihaben
  • Einreise – Griechenland gehört zum Schengen-Raum; als EU-Bürgerin oder EU-Bürger genügt der Personalausweis, ETIAS und EES betreffen Sie nicht. Da Fluggesellschaften und Mietwagenfirmen bei Inselflügen mitunter den Reisepass sehen wollen, führt man ihn am besten trotzdem mit

Wie man die Inseltage verbringt – was nach den Fähren zu entscheiden ist

Wenn die Fähren stehen, folgt die Frage, wie man sich auf der Insel bewegt. Bleibt das offen, geht der teuer erkaufte Aufenthalt fürs Warten drauf.

  • Auf Santorin für einen Tag ein Auto mieten: Mit dem Bus geht es auch, doch ein einziger Miettag (Auto oder ATV) verändert die Freiheit grundlegend. Man erreicht nicht nur die Orte am Calderarand, sondern am selben Tag auch das Landesinnere und die Ruinen im Süden
  • Die Orte morgens und abends begehen: In Oia sind die menschenleeren Gassen vor 8 Uhr und die Stunde vor Sonnenuntergang die Zeiten zum Gehen; die pralle Mittagshitze nicht. Den Mittag einem überdachten Ort oder dem Meer geben ist auch körperlich richtig
  • Die Gegend verändert den Charakter des Aufenthalts: Oia für Sonnenuntergang und Ruhe, Fira für das Verhältnis von Bequemlichkeit und Preis. Ob der „Calderablick“ vom Zimmer oder von einer gemeinsamen Terrasse kommt, muss vor der Buchung geklärt sein (%s)
  • Kostenlos stornierbar wählen: In der Ägäis gibt es Verspätungen und Ausfälle bei den Fähren. Für die Inselseite gilt: „Änderung übersteht“ vor „früh festgezurrt“

Was auf den einzelnen Inseln liegt, steht in Santorin-Reisetipps und Mykonos-Reisetipps, die vom Vulkan versiegelte Siedlung in Akrotiri: der Guide.

Weiterlesen – in die Inseln hinein

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